• Direkt zum Hauptinhalt springen
  • Direkt zum Hauptmenü springen
  1. Startseite
  2. Dokumente
  3. Texte (2021-2025)
  4. 2022
zurück zu: Texte (2021-2025) ()
  • 1. Lesung
  • 2./3. Lesung
Parlament

Überweisungen im vereinfachten Verfahren

Ohne Aussprache hat der Bundestag am Donnerstag, 9. Dezember 2021, eine Reihe von Vorlagen zur weiteren Beratung in die Ausschüsse überwiesen:

Hauptausschuss

Europäische Grundrechteagentur: Die Bundesregierung unterstützt den Vorschlag der Europäischen Kommission, die Europäische Grundrechteagentur zu stärken. Sie beabsichtige, dem Vorschlag für eine Verordnung des Rates zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 168/2007 zur Errichtung einer Agentur der Europäischen Union für Grundrechte zuzustimmen, heißt es in einem Gesetzentwurf der Regierung (20/147), der im Hauptausschuss beraten werden soll. Das geplante Gesetz solle die „innerstaatlichen Voraussetzungen“ schaffen, damit der deutsche Vertreter im Rat der Europäischen Union die Zustimmung zum Verordnungsvorschlag in der Fassung vom 28. Juni 2021 erklären kann. Ziel der Verordnungsänderung ist eine Stärkung der Grundrechteagentur. So soll laut Entwurf vor allem der Tätigkeitsbereich der Agentur „auf den für die Grundrechte besonders sensiblen Bereich der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen“ ausgedehnt werden. Zudem ist unter anderem geplant, die konkreten Themenbereiche, mit denen sich die Agentur inhaltlich befasst, jährlich „durch Annahme eines Programmplanungsdokuments“ festzulegen. 

Recht

Strafprozessordnung: Die Unionsfraktion hat einen Gesetzentwurf zur Änderung der Strafprozessordnung (StPO, 20/204) vorgelegt. Die Initiative sieht eine „Berichtigung des Paragrafen 110d StPO“ vor und soll im Rechtsausschuss beraten werden. Laut Fraktion heißt es im Paragrafen 110d StPO unzutreffend „Paragraf 184 Absatz 1 Nummer 1, 2 und 4 des Strafgesetzbuches“ und nicht „Paragraf 184b Absatz 1 Satz 1 Nummer 1, 2 und 4 und Satz 2 des Strafgesetzbuches“. Diesem Fehler müsse bisher im Wege der Auslegung begegnet werden, so die CDU/CSU-Abgeordneten. Dies führe zu Rechtsunsicherheiten, die im wichtigen Bereich des Kinderschutzes und der Ermittlungsarbeit nicht akzeptabel seien.

Inneres

Volkswahl des Bundespräsidenten: Nach dem Willen der AfD soll der Bundespräsident künftig vom Volk gewählt werden. Dafür solle Artikel 54 des Grundgesetzes geändert werden. Das fordert die Fraktion in einem Gesetzentwurf (20/198), der federführend im Innenausschuss beraten werden soll. Durch die Direktwahl erhalte der Bundespräsident eine höhere demokratische Legitimation, so die AfD. Damit solle jedoch keine Ausweitung seiner bisherigen Kompetenzen verbunden sein. Wie die Fraktion schreibt, könnten die Kandidaten für die Wahl zukünftig von jeder Bundestagsfraktion sowie direkt vom Wahlvolk vorgeschlagen werden. Die Bundesversammlung solle abgeschafft werden.  

Abgesetzt: Bundeskanzler: Von der Tagesordnung abgesetzt wurde die geplante Überweisung eines weiteren Gesetzentwurfs der AfD zur Änderung des Grundgesetzes (20/199) an den Innenausschuss. Darin verlangt die Fraktion, die Amtszeit des Bundeskanzlers zu begrenzen. In Zukunft solle nur noch eine Wiederwahl zulässig sein. Die unbefristete Amtszeit schwäche die demokratischen Institutionen, unterminiere die Gewaltenteilung, aber auch die demokratischen Verfahren und führe zu einer schwindenden Legitimation des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland, heißt es in dem Entwurf. Bei einer erstmaligen Übernahme der Amtsgeschäfte nach Artikel 67 Absatz 1 und Artikel 68 Absatz 1 Satz 2 des Grundgesetzes solle die Regelung keine Anwendung finden.

Abgesetzt: Parlamentarische Staatssekretäre: Ebenfalls von der Tagesordnung abgesetzt wurde ein Gesetzentwurf der AfD, in dem diese verlangt, das Amt des Parlamentarischen Staatssekretärs abzuschaffen (20/197). Aus Sicht der Fraktion übernehmen Parlamentarische Staatssekretäre eine Mittlerfunktion, aus der „zahlreiche verfassungsrechtliche Konflikte“ erwachsen. Die AfD kritisiert, dass „aufgrund der Fülle an Parlamentarischen Staatssekretären, die sowohl ein Abgeordnetenmandat innehaben, als auch auf der Regierungsbank sitzen“, mit dem Grundsatz der Gewaltenteilung gebrochen werde. Darüber hinaus gingen mit dem Amt „nicht unerhebliche und vermeidbare“ Kosten einher.

Sport

Olympische Spiele: Die AfD-Fraktion fordert höhere Prämien für Olympiasieger, Paralympicssieger, Medaillengewinner und Platzierte ab den olympischen und paralympischen Sommer- und Winterspielen Peking 2022 und Paris 2024. Ein entsprechender Antrag (20/194) soll federführend im Sportausschuss beraten werden. Die AfD will die Deutsche Sporthilfe auffordern, die Prämien für Olympiasieger/Paralympicssieger, Medaillengewinnern und Platzierte auf jeweils das Fünffache zu erhöhen, also im Einzelnen: Gold 100.000 Euro, Silber 75.000 Euro, Bronze 50.000 Euro, vierter Platz 25.000 Euro, fünfter Platz 20.000 Euro, sechster Platz 15.000 Euro, siebenter Platz 10.000 Euro, achter Platz 7.500 Euro. Die notwendigen 7,5 Millionen Euro sollten der Deutschen Sporthilfe zur Verfügung gestellt werden. Die Sportler-Prämien müssten steuerfrei sein, so die Fraktion. (irs/vom/09.12.2021)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

()

Dokumente

  • 20/147 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zum Vorschlag für eine Verordnung des Rates zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 168/2007 zur Errichtung einer Agentur der Europäischen Union für Grundrechte
    PDF | 501 KB — Status: 29.11.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/194 - Antrag: Erhöhung der Prämien für Olympiasieger, Paralympicssieger, Medaillengewinner und Platzierte ab den Olympischen und Paralympischen Sommer- und Winterspielen Peking 2022 und Paris 2024
    PDF | 194 KB — Status: 07.12.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/197 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Aufhebung des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Parlamentarischen Staatssekretäre
    PDF | 116 KB — Status: 07.12.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/198 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Gesetz zur Einführung der Direktwahl des Bundespräsidenten)
    PDF | 135 KB — Status: 07.12.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/199 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Gesetz zur Begrenzung der Amtszeit des Bundeskanzlers)
    PDF | 124 KB — Status: 07.12.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/204 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung der Strafprozessordnung
    PDF | 137 KB — Status: 07.12.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Weitere Informationen

  • Gebärdensprachvideo (mit UT) (Video)

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Online-Dienste

Inneres

Gesetzentwurf zur Direkt­wahl des Bundes­präsidenten abgelehnt

Der Bundestag hat am Freitag, 28. Januar 2022, nach halbstündiger Debatte mit breiter Mehrheit einen Gesetzentwurf (20/198) der AfD-Fraktion abgelehnt, der eine künftige Direktwahl des Bundespräsidenten fordert. Der Entwurf wurde mit der Mehrheit von SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke gegen das Votum der AfD verabschiedet. Der Entscheidung lag eine Beschlussempfehlung des Ausschusses für Inneres und Heimat (20/410) zugrunde.

Antrag der AfD-Fraktion

Danach soll der Bundespräsident künftig in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl vom Volk gewählt werden, statt wie bisher von der Bundesversammlung, die der Vorlage zufolge abgeschafft werden soll. Zum Bundespräsidenten gewählt sein soll nach dem Willen der Fraktion, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält. Erreicht keiner der Kandidaten die nötige Mehrheit, soll laut Vorlage ein zweiter Wahlgang zwischen den beiden Kandidaten stattfinden, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben. „Gewählt ist sodann, wer in diesem zweiten Wahlgang die meisten abgegebenen gültigen Stimmen erhält“, schreibt die Fraktion in der Begründung weiter.

Mit dem Gesetzentwurf solle der Forderung nach einer Ausweitung an demokratischer Teilhabe des Volkes entsprochen werden, heißt es darin ferner. Nicht vorgesehen sei demgegenüber, „dass der Bundespräsident mit zusätzlichen Befugnissen ausgestattet wird und somit das bisherige Kompetenzgefüge zwischen Bundesregierung, Parlament und Bundespräsident hin zu einer Präsidialverfassung abgeändert wird“. (sto/eis/27.01.2021)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

()
Elisabeth Kaiser

Elisabeth Kaiser

© Photothek Media Lab

Kaiser, Elisabeth

SPD

()
Philipp Amthor

Philipp Amthor

© Philipp Amthor/Tobias Koch

Amthor, Philipp

CDU/CSU

()
Leon Eckert

Leon Eckert

© Leon Eckert / Stefan Kaminski

Eckert, Leon

Bündnis 90/Die Grünen

()
Stephan Brandner

Stephan Brandner

© Stephan Brandner/Vadim Derksen

Brandner, Stephan

AfD

()
Stephan Thomae

Stephan Thomae

© Stephan Thomae/ Sonja Thürwächter

Thomae, Stephan

FDP

()
André Hahn

André Hahn

© DBT/ Stella von Saldern

Hahn, Dr. André

Die Linke

()
Albrecht Glaser

Albrecht Glaser

© Albrecht Glaser

Glaser, Albrecht

AfD

()
Helge Lindh

Helge Lindh

© Photothek Media Lab

Lindh, Helge

SPD

()
Alexander Hoffmann

Alexander Hoffmann

© Alexander Hoffmann/ Christian Kaufmann

Hoffmann, Alexander

CDU/CSU

()
Petra Pau

Petra Pau

© Deutscher Bundestag/Stella von Saldern

Pau, Petra

Bundestagsvizepräsidentin

()

Dokumente

  • 20/198 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Gesetz zur Einführung der Direktwahl des Bundespräsidenten)
    PDF | 135 KB — Status: 07.12.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/410 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Gesetzentwurf der Abgeordneten Stephan Brandner, René Bochmann, Mariana Iris Harder-Kühnel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD - Drucksache 20/198 - Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Gesetz zur Einführung der Direktwahl des Bundespräsidenten)
    PDF | 277 KB — Status: 12.01.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Gesetzentwurf 20/198 (Beschlussempfehlung 20/410: Gesetzentwurf ablehnen) abgelehnt

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Weitere Informationen

  • Gebärdensprachvideo (mit UT) (Video)

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

  1. Startseite
  2. Dokumente
  3. Texte (2021-2025)
  4. 2022
zurück zu: Texte (2021-2025) ()
  • Instagram-Kanäle

    • Bundestag (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
    • Bundestagspräsidentin (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
  • LinkedIn
  • Mastodon-Kanäle

    • Bundestag (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
    • hib-Nachrichten (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
  • WhatsApp
  • YouTube
  • Hilfe
  • Kontakt
  • Inhaltsübersicht
  • Instagram-Kanäle

    • Bundestag (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
    • Bundestagspräsidentin (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
  • LinkedIn
  • Mastodon-Kanäle

    • Bundestag (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
    • hib-Nachrichten (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
  • WhatsApp
  • YouTube
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutz
  • Impressum

© Deutscher Bundestag

Ausdruck aus dem Internet-Angebot des Deutschen Bundestages

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2022/kw04-de-direktwahl-bundespraesident-877118

Stand: 30.08.2025