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Bildung

Opposition: Bildungsetat skandalös niedrig

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat die Bedeutung von Bildung und Forschung für die Zukunft des Landes und seiner Menschen betont: „Die Herausforderungen sind groß, aber die Chancen für eine bessere Zukunft sind noch größer“, sagte die Ministerin am Donnerstag, 7. September 2023, im Deutschen Bundestag bei der Beratung des Etats des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Einzelplan 30 des Bundeshaushalts 2024, 20/7800). Die Ausgaben für Bildung und Forschung sollen im nächsten Jahr im Vergleich zu 2023 von 21,46 Milliarden Euro auf 20,3 Milliarden Euro sinken.

Ministerin: Nur solider Haushalt schafft langfristig neue Möglichkeiten

Die Ministerin rechtfertigte die geplante Kürzungen. „Zur Wahrheit gehört auch: Nur ein solider Haushalt schafft langfristig neue Möglichkeiten.“ Jedes Ministerium habe einen Konsolidierungsbeitrag leisten müssen. Nach dem Finanzplan der Vorgängerregierung hätte es deutlich weniger Geld gegeben als jetzt.

Vorwürfe, das BAföG werde gekürzt, wies sie zurück: „Jeder, der Anspruch hat, der bekommt das Geld ausgezahlt. Dafür stehe ich mit meinem Wort.“ Zum Forschungsbereich verwies sie unter anderem auf das geplante Wachstumschancengesetz, in dem eine Verbesserung der steuerlichen Forschungsförderung vorgesehen sei.

Union nennt Etatkürzungen einen Skandal

Thomas Jarzombek (CDU/CSU) beurteilte den Zustand des Bildungssystems erheblich pessimistischer. Über ein Viertel der Grundschüler erreiche am Ende der Grundschule nicht einmal den Mindeststandard beim Lesen. Während es für das Bürgergeld zwölf Prozent mehr gebe, finde in keinem anderen Einzelplan eine so große Kürzung statt wie bei Bildung und Forschung. „Das ist ein Skandal“, kritisierte Jarzombek.

Der Haushalt enthalte ungedeckte Schecks und Kürzungen – im Bereich künstliche Intelligenz sogar um 25 Prozent. Gekürzt werde auch bei der Batterieforschung. Die Ministerin habe keinen Gestaltungsanspruch. Sie sei die „Ministerin der verpassten Chancen“.

SPD: Bildungsetat stabilisiert sich auf hohem Niveau

Dr. Wiebke Esdar (SPD) wies darauf hin, dass nahezu alle Ressorts Einsparungen vornehmen müssten. Der Haushalt sei jedoch zugleich gekennzeichnet von hohen Investitionen. Die Investitionsquote steige von zehn auf zwölf Prozent, und das sei „ein richtig gutes Zeichen für die Zukunft und die Modernisierung unseres Landes“.

Der Bildungsetat stabilisiere sich auf hohem Niveau. Der Haushalt stehe auch für Entlastungen, zum Beispiel bei der steuerlichen Forschungsförderung. Esdar verwies auf zahlreiche Forschungsprojekte, die mehr Geld bekommen würden.

AfD: Deutschland forciert eigenen Abstieg

Als „Riesenskandal“ bezeichnete Nicole Höchst (AfD) die geplante Kürzung des Bildungsetats um 1,2 Milliarden Euro. Denn das deutsche Schulsystem liege in „rauchenden Trümmern“.

Es sei ein Skandal, dass die Zahl der Bürger kontinuierlich durch Zuzug erhöht werde, aber zugleich die Mittel für Bildung und frühkindlichen Spracherwerb gekürzt würden. Es gebe inzwischen so viele Gender-Lehrstühle wie Lehrstühle für Pharmazie „So forciert Deutschland den eigenen Abstieg“, kritisierte Höchst. Sie verlangte unter anderem eine kostenlose Meisterausbildung.

Grüne: Müssen wichtige Weichen stellen

Bruno Hönel (Bündnis 90/Die Grünen) forderte, der moralischen und gesellschaftlichen Verpflichtung zur Generationengerechtigkeit gerecht zu werden. „Ob es um die Bekämpfung der Klimakrise oder den Zugang zur Bildung geht, wir müssen jetzt wichtige Weichen stellen.“ Und dafür stehe der Etat für Bildung und Forschung, der einiges vorzuweisen habe. So würden die Mittel für Klima- und Nachhaltigkeitsforschung um rund 100 Millionen Euro auf 851 Millionen Euro anwachsen.

Hönel erinnerte daran, dass über ein Drittel der Studierenden armutsgefährdet sei. Daher müssten mehr Menschen ins BAföG gebracht werden.

Linke will Sondervermögen für Bildung

„Bildung und Forschung haben in dieser Koalition keine Priorität. Es ist ein Trauerspiel“, kritisierte Dr. Petra Sitte (Die Linke). Wenn die Inflation mitgerechnet werde, würden die Mittel für Bildung und Forschung nicht um fünf, sondern um zehn Prozent gekürzt.

Mit diesem Haushalt würden weder Kinderarmut noch Bildungsarmut bekämpft. Wie für die Militärausgaben, wohin jeder fünfte Euro des Etats fließe, müsse es ein Sondervermögen für Bildung geben.

FDP verweist auf sinkende Anzahl an Antragsteller 

Christoph Meyer (FDP) verteidigte die Kürzung der BAföG-Ansatzes im Haushalt von 2,71 auf 1,99 Milliarden Euro. Das habe mit der sinkenden Zahl der Antragsteller zu tun.

Vorwürfe der Union angesichts schlechter Grundschulbildung gab er an die Union zurück, die in neun der 16 Bundesländer mitregiere. Und bei Künstlicher Intelligenz werde nicht gekürzt, wie die CDU/CSU behaupte, sondern erhöht. (hle/07.09.2023)

Förderung der Aus- und Weiterbildung

Im Einzelplan 30 des Bundeshaushalts 2024 sind Ausgaben von 20,3 Milliarden Euro vorgesehen gegenüber 21,46 Milliarden Euro in diesem Jahr. Bundesministerin Stark-Watzinger kann mit Einnahmen von 51,25 Millionen Euro kalkulieren (2023: 41,25 Millionen Euro). Größter Posten im Bereich der Bildung sind die Ausgaben nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Dafür sind 1,99 Milliarden Euro vorgesehen gegenüber 2,71 Milliarden Euro in diesem Jahr. Für die berufliche Aufstiegsfortbildung soll es 852,18 Millionen Euro geben (2023: 879,88 Millionen Euro), für die berufliche Bildung 266,31 Millionen Euro (2023: 261,34 Millionen Euro), für die „Stärkung des Lernens im Lebenslauf“ 394,02 Millionen Euro (2023: 512,14 Millionen Euro) und für die Begabtenförderung 464,88 Millionen Euro (2023: 465,6 Millionen Euro).

Die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Innovationssystems soll mit 7,98 Milliarden Euro verbessert werden (2023: 7,78 Milliarden Euro). Darin enthalten sind 2,05 Milliarden Euro für die Stärkung von Studium und Lehre (2023: 1,94 Milliarden Euro). Für die Exzellenzstrategie zur Förderung der Spitzenforschung an Universitäten sollen nach wie vor 400 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Förderung von Forschungseinrichtungen

Die Förderung der Großforschungseinrichtungen sieht vor, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft 2,08 Milliarden Euro erhält (2023: 2,04 Milliarden Euro), die Max-Planck-Gesellschaft 1,25 Milliarden Euro (2023: 1,23 Milliarden Euro), die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung 864,82 Millionen Euro (2023: 853,97 Millionen Euro) und die Zentren der Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft sowie das Berliner Institut für Gesundheitsforschung 3,05 Milliarden Euro (2023: 2,97 Milliarden Euro).

Für die Mitgliedseinrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz sollen 700,23 Millionen Euro als Zuschüsse an die Länder gehen (2023: 682,18 Millionen Euro). Innovationen durch neue Technologien sollen mit 1,26 Milliarden Euro gefördert werden (2023: 1,27 Milliarden Euro). (hle/vom/07.09.2023)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

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Bettina Stark-Watzinger

Bettina Stark-Watzinger

© Bettina Stark-Watzinger/Laurence Chaperon

Stark-Watzinger, Bettina

FDP

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Thomas Jarzombek

Thomas Jarzombek

© Thomas Jarzombek/ Tobias Koch

Jarzombek, Thomas

CDU/CSU

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Wiebke Esdar

Wiebke Esdar

© Wiebke Esdar/ Pat Röhring

Esdar, Dr. Wiebke

SPD

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Nicole Höchst

Nicole Höchst

© Nicole Höchst/ Hagen Schnauß

Höchst, Nicole

AfD

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Bruno Hönel

Bruno Hönel

© Bruno Hönel/Stefan Kaminski

Hönel, Bruno

Bündnis 90/Die Grünen

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Petra Sitte

Petra Sitte

© Petra Sitte/Nancy Glor

Sitte, Dr. Petra

Die Linke

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Christoph Meyer

Christoph Meyer

© DBT/ Inga Haar

Meyer, Christoph

FDP

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Nadine Schön

Nadine Schön

© Nadine Schön/Tobias Koch

Schön, Nadine

CDU/CSU

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Sönke Rix

Sönke Rix

© Sönke Rix/Photothek

Rix, Sönke

SPD

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Michael Kaufmann

Michael Kaufmann

© Michael Kaufmann/Hagen Schnauss

Kaufmann, Prof. Dr. Michael

AfD

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Nina Stahr

Nina Stahr

© Nina Stahr/Sonja Macholl

Stahr, Nina

Bündnis 90/Die Grünen

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Albert Rupprecht

Albert Rupprecht

© Albert Rupprecht/ Thomas Kierok Fotografie

Rupprecht, Albert

CDU/CSU

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Ria Schröder

Ria Schröder

© Ria Schröder/ Patrick Lux

Schröder, Ria

FDP

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Marcus Bühl

Marcus Bühl

© Marcus Bühl/ Andreas Drößler

Bühl, Marcus

AfD

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Katrin Zschau

Katrin Zschau

© Maximilian König

Zschau, Katrin

SPD

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Kai Gehring

Kai Gehring

© DBT/Inga Haar

Gehring, Kai

Bündnis 90/Die Grünen

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Katrin Staffler

Katrin Staffler

© Katrin Staffler/ Julia Rieck

Staffler, Katrin

CDU/CSU

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Holger Mann

Holger Mann

© Holger Mann/ Photothek Media Lab

Mann, Holger

SPD

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Stephan Albani

Stephan Albani

© Deutschen Bundestag/ Stella von Saldern

Albani, Stephan

CDU/CSU

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Anna Christmann

Anna Christmann

© DBT/Inga Haar

Christmann, Dr. Anna

Bündnis 90/Die Grünen

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Kerstin Radomski

Kerstin Radomski

© Kerstin Radomski / tokography / Tobias Koch

Radomski, Kerstin

CDU/CSU

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Dr. Lina Seitzl

Dr. Lina Seitzl

© Lina Seitzl/ Denise Claus/Kleinebildkunst

Seitzl, Dr. Lina

SPD

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Katrin Göring-Eckardt

Katrin Göring-Eckardt

© Katrin Göring-Eckardt/ Laurence Chaperon

Göring-Eckardt, Katrin

Bundestagsvizepräsidentin

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Dokumente

  • 20/7800 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2024 (Haushaltsgesetz 2024 - HG 2024)
    PDF | 102 MB — Status: 18.08.2023
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Weitere Informationen

  • Der Weg zum Bundes­haushalt 2024 vom Entwurf zum Beschluss

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

Bildung

Bundestag billigt mehr Geld für Bildung und Forschung

Der Bundestag hat am Dienstag, 30. Januar 2024, in zweiter Beratung den Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gebilligt. Im Anschluss der Aussprache passierte der Etat mit der Mehrheit von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gegen die Stimmen der Oppositionsfraktionen von CDU/CSU und AfD das Plenum. Der Einzelplan 30 des Haushaltsgesetzes 2023 (20/7800, 20/7802) umfasst in der vom Haushaltsausschuss geänderten Fassung (20/8630, 20/8661) Ausgaben von 21,49 Milliarden Euro gegenüber 21,46 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und 20,3 Milliarden Euro im Regierungsentwurf. 

Der Etat geht von Einnahmen von 51,25 Millionen Euro aus (2023: 41,25 Millionen Euro). Die Verpflichtungsermächtigungen für spätere Haushaltsjahre betragen 8,33 Milliarden Euro. Der Haushaltsausschuss erhöhte die sogenannte Globale Minderausgabe, die das Ministerium erwirtschaften muss, von 499,28 Millionen Euro auf 699,28 Millionen Euro. Nach Kürzungen im ursprünglichen Haushaltsentwurf muss das Ministerium nach eigenen Angaben nun 200 Millionen Euro zu den Einsparungen der Haushaltseinigung beitragen. Diese Einsparungen seien allerdings beherrschbar und gefährdeten die Prioritäten des Ministeriums nicht. Für das Startchancen-Programm für mehr Chancengerechtigkeit an Schulen sei an anderer Stelle des Bundeshaushalts (Einzelplan 60) außerhalb des Budgets des Ministeriums zunächst eine Vorsorge mit einem Ansatz von 500 Millionen Euro ausgebracht worden. 

Ministerin: Bildung wichtigster Faktor für Wohlstand

In der Debatte bezeichnete die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger (FDP), die Aufstellung des Haushalts als herausfordernd. Besonders drei Punkte seien dabei wichtig gewesen. Bildung sei der wichtigste Faktor für Wohlstand. Wo Bildung leide, leide auch die Zustimmung zur Demokratie. Die Ergebnisse der jüngsten Pisa-Studie könnten niemanden ruhen lassen. So solle das Startchancen-.Programm dort unterstützen, wo es um das Fundament der Bildung gehe. 

Ein weiterer Punkt sei die Förderung von Forschung und Innovation, um mehr technologische Souveränität zu erreichen. Und drittens sorge der Etat für mehr Transfer. Die Agentur für Transfer und Innovation habe bereits losgelegt und werde in diesem Jahr formal gegründet. Der DATIpilot - eine Förderrichtlinie zur Vereinfachung, Beschleunigung und Verbesserung von Förderprozesse für Soziale und technologische Innovationen - sei bereits ein Erfolg. „Jeder Euro ist ein Euro in die Zukunft unseres Landes“, so die Ministerin zum Abschluss ihrer Rede. 

Union kritisiert Intransparenz bei Einsparungen

Kerstin Radomski (CDU/CSU) sagte, die um zwei Monate verlängerten Haushaltsberatungen hätten im Etat für Forschung und Bildung nicht zu mehr Klarheit geführt. Über den rund 22 Milliarden Euro, die für das Jahr 2024 zur Verfügung gestellt würden, schwebe die Globale Minderausgabe (GMA), das finanzpolitische Instrument zur Haushaltskonsolidierung. Mit den Einsparungen von vier Prozent sei das BMBF Spitzenreiter aller Ressorts. Dies sei aber kein echtes Sparen, sondern echte Intransparenz. 

Konkrete Einsparvorschläge seien nicht unterbreitet worden. Die knappe Milliarde solle „weggewirtschaftet“ werden, ohne dass jemand etwas merke. Dieser haushaltspolitische Stil der Regierung sei auch im Detail problematisch. Da die Einsparungen transparenter gemacht werden müssten, würden auch die Ampel-Fraktionen regelmäßige Berichte anfordern. Das komme einem Misstrauensvotum aus den eigenen Reihen gleich. 

FDP: Neue Technologien im Fokus

Christoph Meyer (FDP) sagte, der Etat in Höhe von 21,5 Milliarden Euro liege um vier Milliarden über dem Ansatz im Vorkrisenjahr 2019. Dies sei ein großer Erfolg der Forschungs- und Bildungspolitik der Koalition. In den parlamentarischen Beratungen habe man miteinander gerungen und den Entwurf des Kabinetts besser gemacht. Bei der GMA-Erhöhung solle die Union in den Spiegel schauen, wie sie selbst Haushaltspolitik betreibt. Er glaube, dass die GMA eine Chance sei, so Meyer. Man werde sicher in den nächsten Jahren weiter konsolidieren müssen, dies werde der Haushaltsausschuss eng begleiten. Das sei ein transparentes Verfahren.

Im parlamentarischen Verfahren sei der Fokus auf neue Technologien gelegt worden. Insgesamt sei dies trotz der knappen Haushaltslage eine richtige Prioritätensetzung. Eine Fraktion, die mehr Geld haben wolle, müsse auch sagen, wie dies gegenfinanziert werden solle. Dies hätten bisher weder die Union noch andere Akteure im Bundestag getan,

AfD gegen Bündelung der Kompetenz im Bund

Götz Frömming (AfD) wandte sich gegen Bestrebungen, als Antwort auf das Pisa-Debakel die Zuständigkeit der Länder auf den Bund zu übertragen und dafür das Grundgesetz zu ändern. Er frage sich, was sich dadurch ändern solle, denn schließlich hätten alle drei Ampelparteien in den Ländern bereits  Verantwortung in der Schulpolitik getragen und dort kläglich versagt. Die AfD bezweifele, dass die Bündelung der Kompetenz im Bund etwas verbessern könne. 

Zudem sei dies mit der Verfassung nicht zu machen. Wer an der föderalen Struktur des States rüttele, rüttele auch an den Grundfesten der Verfassung. Die AfD als Grundgesetzpartei werde der Ampel dazu nicht die Hand reichen. Auch in dem Bereichen, in dem der Bund zuständig sei, liege einiges im Argen. So werde die Ausbildungs- und Begabtenförderung deutlich reduziert. Ein schwarzes Loch tue sich beim Startchancen-Programm auf.

SPD: Wichtige Projekte vollumfänglich umsetzen

Wiebke Esdar (SPD) verwies auf die Ausgaben zur Bafög-Modernisierung. Sie solle an die Lebensrealität der Studierenden angepasst werden. Mit der Bildungsungerechtigkeit werde Schluss gemacht. 21,5 Milliarden Euro sei ein neuer Rekordetat. Die Frage, ob der Haushalt sinkt oder steigt, könne jedoch schnell zu Missinterpretationen führen. Ein Punkt sei aber wichtig: Es habe schmerzhafte Kürzungsvorschläge gegeben, die jedoch zurückgenommen worden seien, wie zum Beispiel bei der Batteriezellenforschung und den synthetischen Kraftstoffen. 

Man müsse aber auch sehen, dass das Bundesverfassungsgerichtsurteil einen Effekt auf den Haushalt gehabt habe und der Etat um weitere 200 Millionen Euro über die GMA habe gekürzt werden müssen. Dies müsse im Laufe des Jahres erwirtschaftet werden. Das heiße, dass das Ministerium entscheide, wo weitere Kürzungen möglich sind. Dies werde durch ein Reporting-System eng begleitet, wonach das Ministerium alle drei Monate über die Minderabflüsse berichten müsse. Es sei aber sichergestellt, dass wichtige Projekte vollumfänglich umgesetzt werden. 

Grüne: Generationengerechtigkeit stärken

Bruno Hönel (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, der Etat für Bildung und Forschung stehe im Zentrum der Aufmerksamkeit, wenn es darum gehe, die Generationengerechtigkeit zu stärken. Mit diesem Einzelplan werde Zukunft gestaltet, er sei daher grundsätzlich wichtig für das Land. Deswegen sei es gut, dass am Regierungsentwurf an einigen Stellen Nachbesserungen vorgenommen worden seien. 

So gebe es zusätzliche Mittel beim Bafög, und bei der Gesundheitsforschung werde für mehr Geschlechtergerechtigkeit gesorgt. Wichtige Bildungs- und Forschungsbereiche erhielten unter der Ampel endlich die Wertschätzung, die sie verdienten. Nicht darüber hinwegsehen könne man aber, dass sich Deutschland in einer Bildungsmisere befinde. Es gebe daher guten Grund zu überlegen, was in der Bildungspolitik verbessert werden müsste.

BAföG und digitale Infrastruktur für Schulen

Größter Posten im Bereich der Bildung sind die Ausgaben nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Den BaföG-Ansatz für Studierende erhöhte der Ausschuss um 150 Millionen Euro auf 1,52 Milliarden Euro.

1,25 Milliarden Euro wurden neu aufgenommen für Zuweisungen an die Länder zur Förderung von Investitionen in die digitale Infrastruktur für Schulen nach dem Digitalinfrastrukturgesetz. Die Mittel waren bisher im Sondervermögen „Digitale Infrastruktur“ verortet. Gekürzt wurde bei den Maßnahmen zur Verbesserung der Berufsorientierung, und zwar von 97 Millionen Euro im Regierungsentwurf auf 95,11 Millionen Euro.

Zuwendungen an Forschungseinrichtungen

Änderungen nahm der Ausschuss auch bei den Großforschungseinrichtungen Fraunhofer-Gesellschaft und Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren (HGF) vor. Für den Betrieb der Fraunhofer-Gesellschaft stehen noch 570,52 Millionen Euro zur Verfügung (Regierungsentwurf: 576,52 Millionen Euro), für Investitionen 279,01 Millionen Euro (Regierungsentwurf: 288,31 Millionen Euro). Die HGF kann noch für 448,25 Millionen Euro investieren, im Entwurf waren noch 471,43 Millionen Euro vorgesehen.

Eine halbe Million Euro mehr als im Entwurf geplant, nämlich 202,99 Millionen Euro, genehmigte der Ausschuss für zweckgebundene Zuweisungen an die Länder für Mitgliedseinrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz.

Internationale Hochschul- und Wissenschaftskooperation

Um sechs Millionen Euro erhöhten die Haushälter die Mittel für den Studierenden- und Wissenschaftleraustausch sowie für die internationale Hochschul- und Wissenschaftskooperation, und zwar von 262 Millionen Euro auf 268 Millionen Euro. Mit 14,1 Millionen Euro, zwei Millionen mehr als im Regierungsentwurf, soll die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit ausländischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen gefördert werden. Von 66,99 Millionen Euro auf 68,25 Millionen Euro aufgestockt wurde die Förderung der Zusammenarbeit mit anderen Staaten auf dem Gebiet von Bildung und Forschung.

Für Investitionen zur Erforschung von Universum und Materie und für die Roadmap für Forschungsinfrastrukturen stehen 426,08 Millionen Euro zur Verfügung, hier stockten die Haushälter um drei Millionen Euro auf. Neu in den Etat aufgenommen wurden 12,5 Millionen Euro zur Erforschung der Frauengesundheit und zum Schließen geschlechtsbezogener Datenlücken (Gender Data Gap). Die Mittel für sozial- und geisteswissenschaftliche Forschung erhöhte der Ausschuss von 107 Millionen Euro auf 112,14 Millionen Euro.

Gekürzt wurde hingegen bei der Gesundheitsforschung, für die statt 322,62 Millionen Euro im Entwurf nun noch 315,12 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Etwas mehr Geld billigten die Haushälter der Entwicklung innovativer Software und Künstlicher Intelligenz zu. Den Regierungsansatz stockten sie von 128 Millionen Euro auf 129,89 Millionen Euro auf. Die Entwicklung von Elektroniksystemen soll mit 137,85 Millionen Euro statt mit nur 133,65 Millionen Euro wie im Entwurf vorgesehen gefördert werden. (mwo/vom/30.01.2024)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

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Kerstin Radomski

Kerstin Radomski

© Kerstin Radomski / tokography / Tobias Koch

Radomski, Kerstin

CDU/CSU

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Christoph Meyer

Christoph Meyer

© DBT/ Inga Haar

Meyer, Christoph

FDP

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Dr. Götz Frömming

Dr. Götz Frömming

© Götz Frömming/ Olga Grenner

Frömming, Dr. Götz

AfD

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Wiebke Esdar

Wiebke Esdar

© Wiebke Esdar/ Pat Röhring

Esdar, Dr. Wiebke

SPD

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Bruno Hönel

Bruno Hönel

© Bruno Hönel/Stefan Kaminski

Hönel, Bruno

Bündnis 90/Die Grünen

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Nadine Schön

Nadine Schön

© Nadine Schön/Tobias Koch

Schön, Nadine

CDU/CSU

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Bettina Stark-Watzinger

Bettina Stark-Watzinger

© Bettina Stark-Watzinger/Laurence Chaperon

Stark-Watzinger, Bettina

FDP

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Dr. Marc Jongen

Dr. Marc Jongen

© Dr. Marc Jongen/ privat

Jongen, Dr. Marc

AfD

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Oliver Kaczmarek

Oliver Kaczmarek

© photothek.net

Kaczmarek, Oliver

SPD

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Laura Kraft

Laura Kraft

© DBT / Inga Haar

Kraft, Laura

Bündnis 90/Die Grünen

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Monika Grütters

Monika Grütters

© Prof. Monika Grütters/ Christof Rieken

Grütters, Monika

CDU/CSU

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Ria Schröder

Ria Schröder

© Ria Schröder/ Patrick Lux

Schröder, Ria

FDP

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Marcus Bühl

Marcus Bühl

© Marcus Bühl/ Andreas Drößler

Bühl, Marcus

AfD

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Dr. Carolin Wagner

© Dr. Carolin Wagner/ Inga Haar

Wagner, Dr. Carolin

SPD

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Daniela Ludwig

Daniela Ludwig

© Daniela Ludwig/ Anne Hufnagl

Ludwig, Daniela

CDU/CSU

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Anja Reinalter

Anja Reinalter

© Anja Reinalter/ Andrea Ege

Reinalter, Prof. Dr. Anja

Bündnis 90/Die Grünen

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Stephan Albani

Stephan Albani

© Deutschen Bundestag/ Stella von Saldern

Albani, Stephan

CDU/CSU

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Ruppert Stüwe

Ruppert Stüwe

© Photothek

Stüwe, Ruppert

SPD

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Katrin Staffler

Katrin Staffler

© Katrin Staffler/ Julia Rieck

Staffler, Katrin

CDU/CSU

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Marlene Schönberger

Marlene Schönberger

© Marlene Schönberger/Elias Keilhauer

Schönberger, Marlene

Bündnis 90/Die Grünen

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Thomas Jarzombek

Thomas Jarzombek

© Thomas Jarzombek/ Tobias Koch

Jarzombek, Thomas

CDU/CSU

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Nicole Gohlke

Nicole Gohlke

© Nicole Gohlke/ Olaf Krostitz

Gohlke, Nicole

fraktionslos

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Holger Becker

Holger Becker

© Holger Becker/ Kristin Döpel-Rabe/Fotostudio Ebenbild

Becker, Dr. Holger

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Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

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Dokumente

  • 20/7800 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2024 (Haushaltsgesetz 2024 - HG 2024)
    PDF | 102 MB — Status: 18.08.2023
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  • 20/7802 - Unterrichtung: Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2024 (Haushaltsgesetz 2024 - HG 2024) - Drucksache 20/7800 - und Finanzplan des Bundes 2023 bis 2027 - Drucksache 20/7801 - Stellungnahme des Bundesrates und Gegenäußerung der Bundesregierung
    PDF | 191 KB — Status: 11.10.2023
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/8630 - Beschlussempfehlung: zu dem Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2024 (Haushaltsgesetz 2024 - HG 2024) - Drucksachen 20/7800, 207802 - hier: Einzelplan 30 Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
    PDF | 206 KB — Status: 16.10.2023
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/8661 - Ergänzung zu den Beschlussempfehlungen: zu dem Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2024 (Haushaltsgesetz 2024 - HG 2024) - Drucksachen 20/7800, 20/7802 -
    PDF | 8 MB — Status: 25.01.2024
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  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Epl 30 (Beschlussempfehlung 20/8630, 20/8661 - in der Ausschussfassung) angenommen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

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© Deutscher Bundestag

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https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw05-de-bildung-forschung-977686

Stand: 31.08.2025