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Gesundheit

Anträge zur Unabhän­gigen Patientenbera­tung überwiesen

Der Bundestag hat sich am Donnerstag, 22. September 2023, mit der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) befasst. Ein Antrag der Fraktion Die Linke mit dem Titel „Kollaps der Patientenberatung verhindern“ (20/8410) und ein Antrag der Unionsfraktion (20/8211), in dem diese fordert, bewährte Fachkräfte bei der UPD mit Hilfe einer Übergangslösung zu halten, wurde zur weiteren Beratung an den federführenden Gesundheitsausschuss überwiesen.

Antrag der Linken

Die Linksfraktion fordert Korrekturen an den Übergangsregelungen für die UPD in neuer Trägerschaft. Der Aufbau der Stiftungsstruktur sei durch Koalitionsstreit und fehlende Umsetzung des Gesetzes soweit verhindert worden, dass an eine lückenlose Weiterführung der Beratung ab 1. Januar 2024 nicht zu denken sei, heißt es im Antrag der Fraktion. Hier müsse dringend die Notbremse gezogen werden, die Fristen für den Stiftungsaufbau müssten verlängert werden. Nur so könne der Zusammenbruch der Beratung sowie das Scheitern der wichtigen Patientenstiftung abgewendet werden.

Wie schon in der Vergangenheit drohe wertvolle Infrastruktur und vor allem das Know-how von qualifiziertem Personal verloren zu gehen, heißt es in dem Antrag. Die Bundesregierung weigere sich, der aktuellen UPD-Belegschaft Sicherheiten für ihre Weiterbeschäftigung zu geben. Die Beschäftigten hätten bereits eine Kündigung erhalten und würden geradezu genötigt, sich andere Arbeitsstellen zu suchen. Als „Geburtsfehler“ der neuen Patientenstiftung sieht die Linksfraktion ferner die geplante maßgebliche Finanzierung der UPD durch den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), da die GKV zugleich häufigster Beratungsgegenstand in der UPD sei. Die Gründe lägen offenbar in der Haushaltspolitik. Der GKV-Spitzenverband selbst habe eine Steuerfinanzierung für die UPD gefordert.

Die Abgeordneten fordern konkret, die Frist zur Aufnahme der Beratungstätigkeit durch die Patientenstiftung auf den 1. Januar 2025 zu verschieben. Den Mitarbeitern der UPD sollten Zusicherungen für eine Beschäftigung beim Aufbau der Stiftung gegeben werden, um damit wertvolles Know-how für die neue UPD zu erhalten. Schließlich müsse die aktuelle Fehlkonstruktion geheilt und eine Steuerfinanzierung der UPD-Stiftung und damit eine institutionelle Unabhängigkeit der UPD vorgesehen werden.

Antrag der Union

Nach dem beschlossenen Trägerwechsel drohten eine mehrmonatige Unterbrechung der Beratungstätigkeit und der dauerhafte Verlust bewährter Fachkräfte der UPD zum Schaden ratsuchender Bürger, heißt es im Antrag der CDU/CSU-Fraktion. Nach einer Entscheidung vom März 2023 soll die UPD ab 2024 unter dem Dach einer Stiftung bürgerlichen Rechts organisiert werden. Die Unionsfraktion befürchtet, dass bisherige Mitarbeiter in der Übergangsphase des Trägerwechsels mangels klarer Perspektiven verloren gehen könnten. 

So werde die Beratungshotline voraussichtlich zum 8. Dezember 2023 abgeschaltet, heißt es in dem Antrag. Auch die Vor-Ort-Beratungsstellen und der Internetauftritt der bisherigen UPD würden vor Ende Dezember 2023 ihre Tätigkeit einstellen. Ein großer Teil der bisherigen Berater sei bereit, ihre Tätigkeit für die neue UPD über den 31. Dezember 2023 hinaus fortzusetzen, der UPD-Betriebsrat beklage jedoch fehlende Perspektiven und Angebote. Die jetzige UPD gGmbH sei bereit, im Rahmen einer weiteren Übergangsregelung unter Voraussetzungen wie bisher ihre Tätigkeit für ein Jahr fortzusetzen. 

Der stockende Ablauf der Stiftungsgründung zeige die Grundproblematik der Finanzierung durch den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf, die unvereinbar sei mit einer größtmöglichen Unabhängigkeit der Patientenberatung. Experten plädierten für eine Steuerfinanzierung. Die Abgeordneten fordern eine einjährige Übergangsregelung, um den Aufbau der Stiftung zu ermöglichen und den bewährten Beratern der bisherigen UPD eine verlässliche Weiterbeschäftigungsperspektive zu bieten und dadurch die Kontinuität der Beratung abzusichern. (pk/21.09.2023)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

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Ates Gürpinar

Ates Gürpinar

© Ates Gürpinar/ Olaf Krostitz

Gürpinar, Ates

Die Linke

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Martina Stamm-Fibich

Martina Stamm-Fibich

© DBT/ Inga Haar

Stamm-Fibich, Martina

SPD

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Dr. Georg Kippels

Dr. Georg Kippels

© Dr. Georg Kippels/ Tobias Koch

Kippels, Dr. Georg

CDU/CSU

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Linda Heitmann

Linda Heitmann

© GRÜNE Hamburg/Henning Angerer

Heitmann, Linda

Bündnis 90/Die Grünen

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Petra Pau

Petra Pau

© Deutscher Bundestag/Stella von Saldern

Pau, Petra

Bundestagsvizepräsidentin

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Dr. Christina Baum

Dr. Christina Baum

© Dr. Christina Baum/Fotodienst Bundestag

Baum, Dr. Christina

AfD

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Katrin Helling-Plahr

Katrin Helling-Plahr

© Katrin Helling-Plahr

Helling-Plahr, Katrin

FDP

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Simone Borchardt

Simone Borchardt

© Simone Borchardt

Borchardt, Simone

CDU/CSU

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Heike Baehrens

Heike Baehrens

© Photothek

Baehrens, Heike

SPD

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Emmi Zeulner

Emmi Zeulner

© Emmi Zeulner/ Hendrik Steffens

Zeulner, Emmi

CDU/CSU

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Petra Pau

Petra Pau

© Deutscher Bundestag/Stella von Saldern

Pau, Petra

Bundestagsvizepräsidentin

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Dokumente

  • 20/8211 - Antrag: Kontinuität der Beratung und Erhalt bewährter Fachkräfte bei der Stiftung Unabhängige Patientenberatung Deutschland durch Übergangslösung absichern
    PDF | 148 KB — Status: 05.09.2023
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/8410 - Antrag: Kollaps der Patientenberatung verhindern
    PDF | 172 KB — Status: 19.09.2023
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung 20/8410 beschlossen
  • Überweisung 20/8211 beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

Gesundheit

Sorgen vor Beratungslücke nach Neuaufstellung der Patientenberatung

Zeit: Mittwoch, 8. November 2023, 14.45 bis 15.45 Uhr
Ort: Berlin, Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal E 300

Sozialverbände und Patientenorganisationen erhoffen sich nach dem Trägerwechsel bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) einen möglichst reibungslosen Übergang, sehen die aktuelle Entwicklung aber teilweise kritisch. Die UPD soll ab 2024 unter dem Dach einer Stiftung bürgerlichen Rechts organisiert werden. Einige Verbände sehen mit Sorge, dass bisherige Berater der UPD ausscheiden könnten und die Beratung damit in einer Übergangszeit womöglich nicht gewährleistet wäre. Die Experten äußerten sich am Mittwoch, 8. November 2023, in einer Anhörung des Gesundheitsausschusses über Anträge der Fraktion Die Linke und der Union sowie in schriftlichen Stellungnahmen.

Antrag der Union

Die Unionsfraktion fordert in ihrem Antrag (20/8211) den Erhalt bewährter Fachkräfte bei der UPD mit Hilfe einer Übergangslösung. Ein großer Teil der bisherigen Berater sei bereit, ihre Tätigkeit für die neue UPD fortzusetzen, der UPD-Betriebsrat beklage jedoch fehlende Perspektiven und Angebote.

Die jetzige UPD gGmbH sei bereit, im Rahmen einer weiteren Übergangsregelung unter Voraussetzungen wie bisher ihre Tätigkeit für ein Jahr fortzusetzen. Die Abgeordneten fordern eine einjährige Übergangsregelung, um den Aufbau der Stiftung zu ermöglichen und den bewährten Beratern eine Perspektive zu bieten und dadurch die Kontinuität der Beratung abzusichern.

Antrag der Linken

Ähnlich lautet der Antrag der Linksfraktion (20/8410), die ebenfalls für einen Aufschub plädiert. Derzeit sei an eine lückenlose Weiterführung der Beratung ab 1. Januar 2024 nicht zu denken. Die Abgeordneten fordern, die Frist zur Aufnahme der Beratungstätigkeit durch die Patientenstiftung auf den 1. Januar 2025 zu verschieben.

Als „Geburtsfehler“ der Patientenstiftung sieht die Linksfraktion die maßgebliche Finanzierung der UPD durch die Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), da die GKV zugleich häufigster Beratungsgegenstand in der UPD sei. Die Linke fordert eine Steuerfinanzierung für die UPD.

Bruch des Beratungsangebots befürchtet

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen (BAG Selbsthilfe) erklärte, die Sorge, dass es zu einem Bruch des Beratungsangebots kommen könnte, werde geteilt. Die UPD-Stiftung sei zwar in Gründung, aber noch nicht existent. Die Patientenorganisationen setzten alles daran, dass der Aufbau der Stiftung so schnell wie möglich vorangetrieben werden könne.

Nach Ansicht der BAG böte sich die Möglichkeit, Projekte mit Mitteln der Selbsthilfeförderung aufzulegen, um die Kompetenzen der bisherigen UPD-Berater weiter nutzbar zu machen. Dazu sei eine geringfügige Änderung der Fördervorschriften für die Selbsthilfe nötig. 

Kritik an „vermeidbaren Verzögerungen“

Ein Sprecher der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sagte in der Anhörung, es sei unvermeidbar, dass es zu einer Beratungslücke kommen werde. Er machte dafür vermeidbare Verzögerungen verantwortlich. So sei viel Zeit verschenkt worden durch das spät eingeleitete Gesetzgebungsverfahren, hinzu komme die zwischenzeitliche Blockade durch den GKV-Spitzenverband. Viele formale Dinge seien noch nicht geklärt.

Es sei derzeit nicht vorstellbar, dass in den nächsten Monaten die Beratung in der neuen Stiftung losgehen könne. „Wir rechnen mit einer Beratungslücke, die bis zu einem Jahr und länger dauern kann.“

Abstimmung zwischen den Parteien

Optimistischer äußerte sich ein Vertreter des GKV-Spitzenverbandes, der in der Anhörung die Details zur Satzung und zum weiteren Verfahren erläuterte. Der Spitzenverband arbeite mit allen Parteien konstruktiv zusammen. Womöglich gebe es im November grünes Licht von der Stiftungsbehörde. Die neu ausgearbeitete Satzung müsse rechtssicher und klar formuliert sein. Eine nochmalige Verlängerung der alten Rahmenbedingungen wäre nach Ansicht des GKV vergaberechtlich riskant. Andere Sachverständige äußerten sich gleichwohl unzufrieden mit der aktuellen Abstimmung zwischen den verschiedenen Parteien. 

Kritik kam auch vom UPD-Betriebsrat, der deutlich machte, dass sich die Mitarbeiter nicht unterstützt fühlten. So habe es nur wenige und nicht zielführende Kontakte zum Bundesgesundheitsministerium gegeben. Von einer möglichen Übergangslösung sei nichts zu bemerken. Die Frustration bei den verbliebenen Mitarbeiten sei groß, es gebe viele Kündigungen und Aufhebungsverträge. (pk/08.11.2023)

Dokumente

  • 20/8211 - Antrag: Kontinuität der Beratung und Erhalt bewährter Fachkräfte bei der Stiftung Unabhängige Patientenberatung Deutschland durch Übergangslösung absichern
    PDF | 148 KB — Status: 05.09.2023
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/8410 - Antrag: Kollaps der Patientenberatung verhindern
    PDF | 172 KB — Status: 19.09.2023
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Tagesordnung

  • 89. Sitzung am Mittwoch, den 8. November 2023, 14:45 Uhr - öffentliche Anhörung

Protokolle

  • Wortprotokoll der 89. Sitzung vom 8.11.2023

Sachverständigenliste

  • Sachverständigenliste

Stellungnahmen

  • GKV-Spitzenverband
  • GKV-Spitzenverband
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V. (BAG SELBSTHILFE)

Weitere Informationen

  • Gesundheitsausschuss
  • Sonstige Stellungnahmen

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

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Stand: 30.08.2025