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Bildung

Anträge zur Stärkung der beruf­lichen Bildung überwiesen

Der Bundestag hat am Donnerstag, 23. Juni 2022, einen von der CDU/CSU-Fraktion vorgelegten Antrag mit dem Titel „Stärkung der beruflichen Bildung – Strukturierte Berufsorientierung ermöglichen und gleichwertige Qualifikationen konsequent sicherstellen“ (20/2340) sowie einen Antrag der Fraktion Die Linke mit dem Titel „Ausbildungsplätze schaffen und gute Ausbildungsqualität sichern“ (20/2335) beraten. Im Anschluss an die 40-minütige Debatte wurden beide Initiativen zur weiteren Beratung an den federführenden Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung überwiesen.

Antrag der Unionsfraktion

Angesichts des drohenden Fachkräftemangels fordert die Union in ihrem Antrag (20/2340) die Stärkung der beruflichen Bildung. Die Bundesregierung solle eine nationale Offensive in der Berufsorientierung starten und den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR), der die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung feststellen soll, überarbeiten. Der Bundestag wird sich am Donnerstag in einer Plenardebatte zur Beruflichen Bildung mit dem Antrag befassen. 

Während die Zahl der Studierende in Deutschland seit Jahren steigt, seien zwischen 2007 und 2020 das Ausbildungsangebot um ein Fünftel und die entsprechende Nachfrage um ein Viertel gesunken. Der Mangel an ausgebildeten Fachkräften werde sich in Zukunft noch verstärken. Daher sei es wichtig, die berufliche Bildung durch eine nationale Offensive zu stärken. Dies könne unter anderem dadurch geschehen, „digitale Angebote stärker mit bestehenden Lernplattformen zu verknüpfen“.

Durch den seit 2013 geltenden DQR solle eigentlich die Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen gewährleistet werden. Ein Meisterbrief bzw. Technikertitel entspreche laut DQR einem Bachelorabschluss. Trotz dieser Regelungen gebe es „erhebliche Unterschiede bei der Vergütung und dem Zugang zum Arbeitsmarkt“. Durch eine gemeinsame Überarbeitung des DQR mit den Ländern solle der DQR „von einem reinen Transparenzinstrument zu einer verbindlichen Maßeinheit werden“, so die Antragsteller. 

Antrag der Linksfraktion

Die Fraktion Die Linke fordert in ihrem Antrag (20/2335), mehr Ausbildungsplätze zur schaffen und die Qualität der Berufsausbildung zu verbessern. Die duale Ausbildung stehe nicht erst seit der Coronakrise unter Druck. Schon lange vor der Coronapandemie hätten weniger als 20 Prozent der Betriebe ausgebildet. 2020 sei die Zahl nochmals um 1,4 Prozent auf 419.700 gesunken, erläutern die Abgeordneten in dem Antrag. Es sei zu befürchten, dass dieser Trend dauerhaft dramatische Auswirkungen auf die Fachkräftesicherung haben werde, heißt es darin weiter,

Die Linke fordert von der Bundesregierung unter anderem einen Gesetzentwurf, der einen Rechtsanspruch auf Ausbildung verankert und allen Menschen die Aufnahme einer vollqualifizierenden, mindestens dreijährigen Ausbildung garantiert. Mit einem weiteren Gesetzentwurf soll eine solidarische Umlagefinanzierung eingeführt werden, die alle Betriebe für die Finanzierung der Ausbildung junger Menschen in die Pflicht nimmt und die Ausbildungskapazitäten krisensicher macht. Gemeinsam mit den Ländern, Kammern, der Bundesagentur für Arbeit und den Gewerkschaften soll die Bundesregierung dafür sorgen, dass die überbetriebliche Ausbildung verstärkt gemäß Paragraf 10 Berufsbildungsgesetz genutzt wird, um die Ausbildungsbeteiligung kleinerer Unternehmen zu erhöhen. Ferner verlangt die Fraktion, die Berufseinstiegsbegleitung stärker flächendeckend zu etablieren und finanziell abzusichern sowie die Assistierte Ausbildung insbesondere für KMU (kleine und mittlere Unternehmen) und auch schulische Ausbildungen als Regelangebot umzusetzen. (des/che/hau/23.06.2022)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Yvonne Magwas

Yvonne Magwas

© Yvonne Magwas/Tobias Koch

Magwas, Yvonne

Bundestagsvizepräsidentin

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Stephan Albani

Stephan Albani

© Deutschen Bundestag/ Stella von Saldern

Albani, Stephan

CDU/CSU

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Jessica Rosenthal

Jessica Rosenthal

© Jessica Rosenthal / s.h. schroeder

Rosenthal, Jessica

SPD

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Dr. Götz Frömming

Dr. Götz Frömming

© Götz Frömming/ Olga Grenner

Frömming, Dr. Götz

AfD

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Yvonne Magwas

Yvonne Magwas

© Yvonne Magwas/Tobias Koch

Magwas, Yvonne

Bundestagsvizepräsidentin

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Anja Reinalter

Anja Reinalter

© Anja Reinalter/ Andrea Ege

Reinalter, Prof. Dr. Anja

Bündnis 90/Die Grünen

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Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

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Nicole Gohlke

Nicole Gohlke

© Nicole Gohlke/ Olaf Krostitz

Gohlke, Nicole

Die Linke

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Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

()
Friedhelm Boginski

Friedhelm Boginski

© DBT/ Inga Haar

Boginski, Friedhelm

FDP

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Holger Becker

Holger Becker

© Holger Becker/ Kristin Döpel-Rabe/Fotostudio Ebenbild

Becker, Dr. Holger

SPD

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Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

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Lars Rohwer

Lars Rohwer

© Lars Rohwer/ BLEND3/Frank Grätz

Rohwer, Lars

CDU/CSU

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Ruppert Stüwe

Ruppert Stüwe

© Photothek

Stüwe, Ruppert

SPD

()
Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

()

Dokumente

  • 20/2335 - Antrag: Ausbildungsplätze schaffen und gute Ausbildungsqualität sichern
    PDF | 198 KB — Status: 21.06.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/2340 - Antrag: Stärkung der beruflichen Bildung - Strukturierte Berufsorientierung ermöglichen und gleichwertige Qualifikationen konsequent sicherstellen
    PDF | 196 KB — Status: 21.06.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung 20/2340 und 20/2335 beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

Bildung

Experten monieren struk­turelle Probleme in der beruflichen Bildung

Eine Hand schreibt mit Kreide Azubis gesucht an eine Tafel.

Wie steht es um den Ausbildungsmarkt? Diese Frage beschäftigte den Bildungsausschuss. (© picture alliance / Zoonar | Ch. Horz)

Zeit: Mittwoch, 6. Juli 2022, 9.30 bis 11 Uhr
Ort: Berlin, Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal Sitzungssaal 4 300

Der Ausbildungsmarkt hat sich noch nicht von der Corona-Krise erholt, davon unabhängig bestehen weiterhin strukturelle Probleme in der beruflichen Bildung: Darin waren sich die Expertinnen und Experten von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Wissenschaft einig bei dem öffentlichen Fachgespräch am Mittwoch, 6. Juli 2022, im Ausschusses für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzung. Konsens ist, dass der Rückgang der abgeschlossenen Ausbildungsverträge die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft ernsthaft gefährde. Über Ursachen und Lösungswege gibt es unterschiedliche Einschätzungen.

BDA: Chancen der Jugendlichen sind sehr gut

Dr. Barbara Dorn, Abteilungsleiterin Bildung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber (BDA), unterstrich, dass die Chancen der Jugendlichen im Prinzip - trotz Pandemie - sehr gut seien. Im Verhältnis kämen auf fünf offene Stelle vier Bewerberinnen und Bewerber. Auch sei die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland mit einer Quote von 5,7 Prozent in Relation zum europäischen Durchschnitt von 10,1 Prozent sehr niedrig. Es gebe kein Versorgungsproblem der Jugendlichen. Vielmehr hätten die Betriebe das Problem, geeignete junge Menschen für eine Ausbildung zu finden. Nötig sei deshalb eine intensivere Berufsorientierung an allen Schulformen, einschließlich des Gymnasiums.

Im Gegensatz zu den Gewerkschaften, spricht Dorn statt von einer „Ausbildungsgarantie“ von einer „Chancengarantie“. Auf lokaler Ebene sollten Schule und Betreibe enger zusammenarbeiten, sich besser vernetzen. Aber: Eine Ausbildungsgarantie für den Wunschberuf könne es nicht geben. Dies wäre eine „Verzerrung des Ausbildungsmarktes“. Auch von einer Umlagefinanzierung hält die Wirtschaftsvertreterin nichts, da sie kleinere Betriebe benachteilige.

BiBB: System der dualen Berufsausbildung droht zu kippen

Besorgt über die „angespannte Ausbildungslage“ äußerte sich Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB). Dafür machte Esser die zurückgehende Nachfrage nach Ausbildungsplätzen verantwortlich. Als Ursache nannte er einen Strukturwandel weg von der „Industriegesellschaft hin zur Wissensgesellschaft“: „Alles was mit Hand und Herz konnotiert“ sei, habe an Attraktivität eingebüßt. Er sprach in dem Zusammenhang von einer „Verkopfung der Bildung“. Das Problem sei „massiv“, das System der dualen Berufsausbildung drohe zu „kippen“. Auf die deutsche Wirtschaft komme eine „Fachkräftekatastrophe“ zu. Sie sei nur durch einen mentalen Wandel abzuwenden, indem die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung stärker ins öffentliche Bewusstsein rücke.

In dem Zusammenhang sprach sich der BiBB-Präsident dafür aus, das „Verfahren des Hochschulzugangs in den Blick zu nehmen“. Berufliche Bildung sei kein „Reparaturbetrieb“ für Versäumnisse der Schule. Wandeln müsse sich auch das Selbstverständnis des Gymnasiums wandeln. Die berufliche Orientierung müsse auf Augenhöhe mit der Vorbereitung auf den Hochschulzugang erfolgen. Das Gymnasium sei faktisch heute „die Volksschule der Wissensgesellschaft“. Auch die Elternhäuser nahm der Wissenschaftler in die Pflicht und forderte „eine Berufsorientierung für Eltern“.

DGB weist auf Problem des Lehrkräftemangels hin

Eine „bedenkliche Entwicklung“ der Ausbildungslage infolge der Corona-Krise stellte auch Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), fest. Die Gewerkschafterin sieht zwar „kleine Lichtblicke“, trotzdem bestehe weiterhin für die berufliche Bildung die Gefahr eines „Substanzverlustes“. Die Corana-Beschränkungen in der Ausbildung hätten „massive Auswirkungen“ gehabt. Zehntausende junge Menschen seien dadurch dem Ausbildungsmarkt verloren gegangen, „von denen wir nicht wissen, wo sie verblieben sind“.

In der Altersgruppe der 20-bis 34-Jährigen seien bisher bereits 2,1 Millionen ohne Berufsausbildung. Die isolierte Betrachtung des Verhältnisses der Zahl der Bewerberinnen und Bewerber führe daher „in die Irre“. Zwar seien derzeit 63.000 Ausbildungsplätze unbesetzt, aber auch 68.000 junge Menschen unversorgt geblieben. Das betriebliche Angebot reiche nicht aus, um jedem eine Ausbildung zu ermöglichen. Ein Großteil des Angebotes lasse zudem Jugendliche mit Hauptschulabschluss außen vor, kritisierte Hannack. Eine Lösung der Ausbildungsmisere sieht der DGB in einer umlagefinanzierten Ausbildungsgarantie, die allen die Chance gebe, in einen Beruf zu starten. Beim Übergang von Schule in den Beruf dürfe kein junger Mensch verloren gehen. Die Gewerkschafterin plädierte für einen „Pakt für berufliche Schulen“ und wies vor allem auf das Problem des Lehrkräftemangels hin. Hilfreich für junge Menschen, die in Ausbildung wollten, wäre es auch, den Kriterienkatalog der „Ausbildungsreife abzuschaffen.

Dem Ausschuss lagen die Berufsbildungsberichte für 2021 (19/30295) und 2022 (20/19390) vor sowie zwei begleitende Anträge der Fraktionen der CDU/CSU (20/2340) sowie Die Linke (20/2335) vor. Als Maßnahme gegen den drastischen Fachkräftemangel spricht sich die Union unter anderem dafür aus, die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Qualifikation noch deutlicher zu stärken. Die Linke plädiert unter anderem für einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Ausbildung, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern.

Berufsbildungsbericht 2022

Die Corona-Pandemie beeinflusst auch im zweiten Jahr in Folge das Ausbildungsgeschehen: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist 2021 nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr nur leicht um 1,2 Prozent auf 473.100 gestiegen. Das ist ein Ergebnis des Berufsbildungsberichts 2022, den die Bundesregierung als Unterrichtung vorgelegt hat. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge blieb damit noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau (-9,9 Prozent im Vergleich zu 2019), heißt es im Bericht. Die Zahl der Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger habe sich entsprechend ebenfalls nur leicht erhöht, schreibt die Bundesregierung: Sie sei im Bereich der dualen Ausbildung um 1,3 Prozent auf insgesamt 677.500 gestiegen. Rückgänge zeigten dagegen unter anderem die schulischen Ausbildungsgänge in Berufen des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesens.

Das Ausbildungsangebot ist laut Bericht im Vorjahresvergleich um 1,7 Prozent auf 536.200 Ausbildungsstellen gewachsen. Die Nachfrage nach Stellen blieb nahezu unverändert: Sie stieg um 0,2 Prozent. Insgesamt 497.700 Personen suchten einen Ausbildungsplatz. Sowohl Angebot als auch Nachfragen lagen unter dem Niveau vor der Pandemie. Herausforderungen sieht die Bundesregierung weiterhin bei der Zusammenführung von Angebot und Nachfrage: Ende September 2021 standen den 63.200 unbesetzten Ausbildungsstellen (+5,4 Prozent) noch 24.600 gänzlich unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Das waren allerdings 16,1 Prozent beziehungsweise 4.700 Personen weniger als 2020. Im Berichtsjahr 2020 ist dem Berufsbildungsbericht zufolge die Zahl der ausbildenden Betriebe um 1,4 Prozent auf 419.700 gesunken. Am stärksten seien die Rückgänge bei den Kleinstbetrieben ausgefallen, schreibt die Bundesregierung. Die Ausbildungsquote sei allerdings mit 19,4 Prozent im Vorjahresvergleich fast gleich geblieben (2019: 19,6 Prozent).

Antrag der Unionsfraktion

Angesichts des drohenden Fachkräftemangels fordert die Union die Stärkung der beruflichen Bildung. Die Bundesregierung solle eine nationale Offensive in der Berufsorientierung starten und den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR), der die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung feststellen soll, überarbeiten. Während die Zahl der Studierende in Deutschland seit Jahren steigt, seien zwischen 2007 und 2020 das Ausbildungsangebot um ein Fünftel und die entsprechende Nachfrage um ein Viertel gesunken. Der Mangel an ausgebildeten Fachkräften werde sich in Zukunft noch verstärken. Daher sei es wichtig, die berufliche Bildung durch eine nationale Offensive zu stärken. Dies könne unter anderem dadurch geschehen, “digitale Angebote stärker mit bestehenden Lernplattformen zu verknüpfen„.

Durch den seit 2013 geltenden DQR solle eigentlich die Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen gewährleistet werden. Ein Meisterbrief bzw. Technikertitel entspreche laut DQR einem Bachelorabschluss. Trotz dieser Regelungen gebe es “erhebliche Unterschiede bei der Vergütung und dem Zugang zum Arbeitsmarkt„. Durch eine gemeinsame Überarbeitung des DQR mit den Ländern solle der DQR “von einem reinen Transparenzinstrument zu einer verbindlichen Maßeinheit werden„, so die Antragsteller. 

Antrag der Linksfraktion

Die Linke fordert mehr Ausbildungsplätze und eine bessere Qualität der Berufsausbildung. Die duale Ausbildung stehe nicht erst seit der Coronakrise unter Druck. Schon lange vor der Coronapandemie hätten weniger als 20 Prozent der Betriebe ausgebildet. 2020 sei die Zahl nochmals um 1,4 Prozent auf 419.700 gesunken, erläutern die Abgeordneten in dem Antrag. Es sei zu befürchten, dass dieser Trend dauerhaft dramatische Auswirkungen auf die Fachkräftesicherung haben werde, heißt es darin weiter,

Die Linke fordert von der Bundesregierung unter anderem einen Gesetzentwurf, der einen Rechtsanspruch auf Ausbildung verankert und allen Menschen die Aufnahme einer vollqualifizierenden, mindestens dreijährigen Ausbildung garantiert. Mit einem weiteren Gesetzentwurf soll eine solidarische Umlagefinanzierung eingeführt werden, die alle Betriebe für die Finanzierung der Ausbildung junger Menschen in die Pflicht nimmt und die Ausbildungskapazitäten krisensicher macht. Gemeinsam mit den Ländern, Kammern, der Bundesagentur für Arbeit und den Gewerkschaften soll die Bundesregierung dafür sorgen, dass die überbetriebliche Ausbildung verstärkt gemäß Paragraf 10 Berufsbildungsgesetz genutzt wird, um die Ausbildungsbeteiligung kleinerer Unternehmen zu erhöhen. Ferner verlangt die Fraktion, die Berufseinstiegsbegleitung stärker flächendeckend zu etablieren und finanziell abzusichern sowie die Assistierte Ausbildung insbesondere für KMU (kleine und mittlere Unternehmen) und auch schulische Ausbildungen als Regelangebot umzusetzen. (hari/sas/des/che/hau/irs/06.07.2022)

Dokumente

  • 19/30295 - Unterrichtung: Berufsbildungsbericht 2021
    PDF | 2 MB — Status: 26.05.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/2335 - Antrag: Ausbildungsplätze schaffen und gute Ausbildungsqualität sichern
    PDF | 198 KB — Status: 21.06.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/2340 - Antrag: Stärkung der beruflichen Bildung - Strukturierte Berufsorientierung ermöglichen und gleichwertige Qualifikationen konsequent sicherstellen
    PDF | 196 KB — Status: 21.06.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Tagesordnung

  • 14. Sitzung am Mittwoch, dem 6. Juli 2022 um 9.30 Uhr - öffentlich

Protokolle

  • Wortprotokoll der 14. Sitzung am 6. Juli 2022

Weitere Informationen

  • Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
  • 20/1930 - Unterrichtung: Berufsbildungsbericht 2022
    PDF | 10 MB — Status: 17.05.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/30295 - Unterrichtung: Berufsbildungsbericht 2021
    PDF | 2 MB — Status: 26.05.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/2340 - Antrag: Stärkung der beruflichen Bildung - Strukturierte Berufsorientierung ermöglichen und gleichwertige Qualifikationen konsequent sicherstellen
    PDF | 196 KB — Status: 21.06.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/2335 - Antrag: Ausbildungsplätze schaffen und gute Ausbildungsqualität sichern
    PDF | 198 KB — Status: 21.06.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

Bildung

Bundestag lehnt Anträge zu Ausbildungsplätzen und beruflicher Bildung ab

Der Bundestag hat am Donnerstag, 26. Januar 2023, sowohl einen Antrag der CDU/CSU-Fraktion (20/2340) zur beruflichen Bildung als auch einen der Linksfraktion zur Ausbildungsplatzsituation (20/2335) abgelehnt. Der federführende Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung hatte zu den Initiativen eine Beschlussempfehlung (20/4415) vorgelegt. Beide Vorlagen stießen bei keiner weiteren Fraktion auf Zustimmung. Einzig die AfD enthielt sich bei der Abstimmung über die Unionsinitiative. 

Antrag der CDU/CSU

Angesichts des drohenden Fachkräftemangels forderte die Unionsfraktion in ihrem Antrag (20/2340) die Stärkung der beruflichen Bildung. Die Bundesregierung solle eine nationale Offensive in der Berufsorientierung starten und den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR), der die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung feststellen soll, überarbeiten.
Während die Zahl der Studierenden in Deutschland seit Jahren steige, seien zwischen 2007 und 2020 das Ausbildungsangebot um ein Fünftel und die entsprechende Nachfrage um ein Viertel gesunken, schrieben die Abgeordneten. Der Mangel an ausgebildeten Fachkräften werde sich in Zukunft noch verstärken. Daher sei es wichtig, die berufliche Bildung durch eine nationale Offensive zu stärken. Dies könne unter anderem dadurch geschehen, dass digitale Angebote stärker mit bestehenden Lernplattformen verknüpft werden.

Weiter hieß es in dem Antrag, durch den seit 2013 geltenden DQR solle die Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen gewährleistet werden. Ein Meisterbrief oder Technikertitel entspreche laut DQR einem Bachelorabschluss. Trotz dieser Regelungen gebe es „erhebliche Unterschiede bei der Vergütung und dem Zugang zum Arbeitsmarkt“. Durch eine gemeinsame Überarbeitung des DQR mit den Ländern solle dieser „von einem reinen Transparenzinstrument zu einer verbindlichen Maßeinheit werden“, so die Antragsteller.

Antrag der Linken

Die Linke forderte in ihrem Antrag (20/2335), mehr Ausbildungsplätze zu schaffen und die Qualität der Berufsausbildung zu verbessern. Die duale Ausbildung stehe nicht erst seit der Coronakrise unter Druck. Schon lange vor der Pandemie hätten weniger als 20 Prozent der Betriebe ausgebildet. 2020 sei die Zahl nochmals um 1,4 Prozent auf 419.700 gesunken, schrieben die Abgeordneten in dem Antrag. Es sei zu befürchten, dass dieser Trend dauerhaft dramatische Auswirkungen auf die Fachkräftesicherung haben werde, hieß es weiter,

Die Fraktion forderte von der Bundesregierung unter anderem einen Gesetzentwurf, der einen Rechtsanspruch auf Ausbildung verankert und allen Menschen die Aufnahme einer vollqualifizierenden, mindestens dreijährigen Ausbildung garantiert. Mit einem weiteren Gesetzentwurf sollte eine solidarische Umlagefinanzierung eingeführt werden, die alle Betriebe für die Finanzierung der Ausbildung junger Menschen in die Pflicht nimmt und die Ausbildungskapazitäten krisensicher macht. Gemeinsam mit den Ländern, Kammern, der Bundesagentur für Arbeit und den Gewerkschaften sollte die Bundesregierung dafür sorgen, dass die überbetriebliche Ausbildung genutzt wird, um die Ausbildungsbeteiligung kleinerer Unternehmen zu erhöhen. Ferner verlangte die Fraktion, die Berufseinstiegsbegleitung flächendeckend zu etablieren und finanziell abzusichern. Ebenso sollten die Assistierte Ausbildung vor allem für kleine und mittlere Unternehmen und schulische Ausbildungen als Regelangebot bereitgestellt werden. (vom/des/che/26.01.2023)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Petra Pau

Petra Pau

© Deutscher Bundestag/Stella von Saldern

Pau, Petra

Bundestagsvizepräsidentin

()
Dr. Jens Brandenburg

Dr. Jens Brandenburg

© Jens Brandenburg/ Stephanie Trenz

Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Jens

Parlamentarischer Staatssekretär für Bildung und Forschung

()
Stephan Albani

Stephan Albani

© Deutschen Bundestag/ Stella von Saldern

Albani, Stephan

CDU/CSU

()
Jessica Rosenthal

Jessica Rosenthal

© Jessica Rosenthal / s.h. schroeder

Rosenthal, Jessica

SPD

()
Nicole Höchst

Nicole Höchst

© Nicole Höchst/ Hagen Schnauß

Höchst, Nicole

AfD

()
Anja Reinalter

Anja Reinalter

© Anja Reinalter/ Andrea Ege

Reinalter, Prof. Dr. Anja

Bündnis 90/Die Grünen

()
Nicole Gohlke

Nicole Gohlke

© Nicole Gohlke/ Olaf Krostitz

Gohlke, Nicole

Die Linke

()
Marja-Liisa Völlers

Marja-Liisa Völlers

© Marja-Liisa Völlers / Photothek

Völlers, Marja-Liisa

SPD

()
Dr. Ingeborg Gräßle

Dr. Ingeborg Gräßle

© Dr. Ingeborg Gräßle/ Thomas Zender

Gräßle, Dr. Ingeborg

CDU/CSU

()
Katrin Zschau

Katrin Zschau

© Maximilian König

Zschau, Katrin

SPD

()
Lars Rohwer

Lars Rohwer

© Lars Rohwer/ BLEND3/Frank Grätz

Rohwer, Lars

CDU/CSU

()
Katrin Göring-Eckardt

Katrin Göring-Eckardt

© Katrin Göring-Eckardt/ Laurence Chaperon

Göring-Eckardt, Katrin

Bundestagsvizepräsidentin

()

Dokumente

  • 20/2335 - Antrag: Ausbildungsplätze schaffen und gute Ausbildungsqualität sichern
    PDF | 198 KB — Status: 21.06.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/2340 - Antrag: Stärkung der beruflichen Bildung - Strukturierte Berufsorientierung ermöglichen und gleichwertige Qualifikationen konsequent sicherstellen
    PDF | 196 KB — Status: 21.06.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/4415 - Beschlussempfehlung und Bericht: a) zu dem Antrag der Fraktion der CDU/CSU - Drucksache 20/2340 - Stärkung der beruflichen Bildung - Strukturierte Berufsorientierung ermöglichen und gleichwertige Qualifikationen konsequent sicherstellen b) zu dem Antrag der Abgeordneten Nicole Gohlke, Pascal Meiser, Jessica Tatti, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. - Drucksache 20/2335 - Ausbildungsplätze schaffen und gute Ausbildungsqualität sichern
    PDF | 227 KB — Status: 10.11.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Beschlussempfehlung 20/4415 Buchstabe a (Antrag 20/2340 ablehnen) angenommen
  • Beschlussempfehlung 20/4415 Buchstabe b (Antrag 20/2335 ablehnen) angenommen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

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Ausdruck aus dem Internet-Angebot des Deutschen Bundestages

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2022/kw25-de-berufliche-bildung-897816

Stand: 29.08.2025