• Direkt zum Hauptinhalt springen
  • Direkt zum Hauptmenü springen
  1. Startseite
  2. Dokumente
  3. Texte (2021-2025)
  4. 2022
zurück zu: Texte (2021-2025) ()
  • 1. Lesung
  • 2./3. Lesung
Inneres

Disput über die Auf­nahme ukrainischer Kriegs­flüchtlinge

Vertreter der „Ampel“-Koalition haben am Donnerstag, 7. April 2022, im Bundestag Kritik aus der Opposition an der Arbeit der Bundesregierung bei der Aufnahme ukrainischer Kriegsflüchtlinge entschieden zurückgewiesen. Abgeordnete von Union und AfD warfen der Bundesregierung dagegen schwere Versäumnisse bei der Aufnahme der Geflüchteten vor. In einem Antrag (20/1335), über den das Parlament erstmals beriet, forderte die CDU/CSU-Fraktion die Bundesregierung auf, einen „Masterplan Hilfe, Sicherheit und Integration für ukrainische Frauen, Kinder und Jugendliche“ zu erstellen. Nach der Aussprache überwiesen die Abgeordneten die Vorlage mit den Stimmen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und die Linke bei Enthaltung der AfD zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Inneres und Heimat. Die Unionsfraktion votierte dagegen, sie hatte sich dafür ausgesprochen, direkt über den Antrag zu entscheiden.

CDU/CSU kritisiert fehlende Koordinierung durch die Regierung

Dorothee Bär (CDU/CSU) verwies darauf, dass nach Angaben des Bundesinnenministeriums bis Donnerstag rund 310.000 ukrainische Flüchtlinge nach Deutschland gekommen seien. Weil es kein einheitliches Registrierungsverfahren gebe, sei aber „von einer erheblichen Untererfassung auszugehen“. Es werde nicht systematisch registriert und die Verteilung werde nicht koordiniert. Von ehrenamtlichen und freiwilligen Kräften werde „Übermenschliches“ auch in den Kommunen geleistet, doch dürfe die Bundesregierung sich darauf nicht ausruhen.

Die Bundesregierung lasse aber „geschehen, statt zu gestalten“. Es gebe keinen „Flüchtlingsgipfel“ und von Schutzzonen an den Bahnhöfen sei nichts zu sehen. Eine systematische Registrierung und Personenfeststellung der Ankommenden sowie der Menschen, die Flüchtlinge aufnehmen, finde nicht statt.

Ministerin: Schneller Zugang zu Integrations- und Sprachkursen

Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) entgegnete, dass die Bundesregierung von Anfang an daran arbeite, dass die nach Deutschland fliehenden Frauen und Kinder aus der Ukraine vom ersten Tag an gut aufgenommen werden können. Dazu gehöre auch der schnelle Zugang zu Integrations- und Sprachkursen, die weiter ausgebaut würden.

Spiegel verwies zugleich auf die „bundesweite Koordinierung für die Aufnahme ukrainischer Waisenheime“ und betonte, dass es ein „gemeinsames, unaufgeregtes und entschlossenes Handeln von Bund, Ländern und Kommunen an dieser Stelle“ gebe. Auch gebe es natürlich den Schutz der Frauen vor Menschenhandel und Zwangsprostitution.

AfD fordert Verhinderung von Trittbrettfahrern

Gottfried Curio (AfD) betonte, die allseitige Unterstützung der ukrainischen Flüchtlinge sei „fraglos“, doch könne effektive Hilfe nur funktionieren, „wenn die Helfer die Kontrolle haben über das, was sie tun“. Sicherheitsbehörden warnten, dass Schleuser die erleichterten Einreisebedingungen aktiv bewerben und gefälschte ukrainische Pässe in Umlauf bringen. Deutschland stehe damit auch für terroristische Gruppierungen offen.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) nehme gleichwohl „Sicherheitsrisiken für Deutschland sehenden Auges in Kauf“. Notwendig sei eine lückenlose Registrierung der Flüchtlinge, die Prüfung der Personaldokumente und die „Verhinderung von Trittbrettfahrern, die sich als Ukrainer ausgeben oder im Strom der Flüchtlinge mit einreisen, um hier Asyl zu beantragen“. Auch seien „die 300.000 vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländer endlich zurückzuführen“. Dies würde erhebliche Ressourcen etwa bei der Unterbringung und im Bildungswesen freisetzen.

SPD: Zusammenarbeit von Bund und Ländern eng abgestimmt

Ulrike Bahr (SPD) sagte, nach ihrer Wahrnehmung laufe bei der Aufnahme der Flüchtlinge „sehr vieles inzwischen sehr gut und koordiniert“. Dabei sei die Zusammenarbeit von Bund und Ländern eng abgestimmt. Die unproblematische Einreise der Flüchtlinge und ihr 90 Tage lang visumsfreier Aufenthalt träten gelegentlich in Konflikt mit der unverzüglichen Registrierung.

Dabei arbeite Bundesinnenministerin Nancy Faeser seit Wochen an der Verbesserung der Registrierung. Bundespolizisten kontrollierten die ukrainischen Pässe und machten auf die mit der Registrierung verbundenen Vorteile aufmerksam. Nur über die Registrierung gebe es einen Zugang zu Leistungen, zu einem längerfristigen Aufenthaltsrecht und zu einer Arbeitserlaubnis. Auch wiesen Helfer an Hotspots wie dem Berliner Hauptbahnhof sowohl auf die Registrierung als auch auf die Gefahren privater Angebote hin. Die meisten Geflüchteten ließen sich auch zeitnah registrieren.

Linke verlangt einen Flüchtlingsgipfel

Clara Bünger (Linke) hob hervor, dass es derzeit rechtlich keine Möglichkeit gebe, eine systematische Registrierung der Geflüchteten aus der Ukraine zu erzwingen, solange diese keine staatlichen Leistungen und keinen Aufenthaltstitel beantragen. Bis zum 23. Mai könnten sie sich legal in der Bundesrepublik aufhalten, und es sei gut, dass „die Übergangsverordnung jetzt auch noch verlängert werden soll“.

Positiv sei auch, dass sehr viele Flüchtlinge derzeit privat bei Bekannten und Verwandten unterkommen könnten. Dies sollte auch für andere Flüchtlingsgruppen ermöglicht werden. Der beste Schutz für Frauen und Kinder sei es, sie nicht in Massenunterkünfte zu stecken, sondern auf eine dezentrale Unterbringung zu setzen. Bünger plädierte zugleich für einen „Flüchtlingsgipfel“, um eine „gute Abstimmung von Bund, Ländern und Kommunen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und Fachverbänden zu gewährleisten“.

FDP will flexible, schnelle Lösungen auf allen Ebenen

Gyde Jensen (FDP) unterstrich, dass die CDU/CSU in ihrem Antrag genau die familienpolitischen Programme aufzähle, die die Koalitionsfraktionen „für eine gute Unterstützung der ukrainischen Frauen, Kinder und Jugendlichen identifiziert haben“.

Diese würden im Bundesfamilienministerium seit Wochen mit großem Engagement entsprechend angepasst und wendeten sich zielgerichtet an Ukrainerinnen. Auch liefen die Abstimmungen von Bund, Ländern und Kommunen sehr konstruktiv. Gebraucht würden „flexible, schnelle Lösungen auf allen Ebenen, aber nicht einen staatlich zentral verordneten Masterplan“.

Grüne: Brauchen keine zusätzliche Registrierung

Julian Pahlke (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, die pauschalen Forderungen nach Grenzkontrollen sei für die wenigsten Probleme eine Lösung. Die Identität Geflüchteter werde bereits bei jedem Grenzübertritt in Polen, Ungarn oder Rumänien festgestellt, und danach sei die Bundespolizei an den deutschen Grenzen präsent und kontrolliere in den Zügen die Pässe.

„Wir brauchen keine zusätzliche Registrierung und aufwendige Grenzkontrollen, die die Flucht weiter verzögern“, führt Pahlke hinzu.

Antrag der Unionsfraktion

In ihren Antrag fordert die CDU/CSU-Fraktion die Bundesregierung auf, dazu im Bundeskanzleramt einen Krisen- und Koordinierungsstab einzurichten, der die Unterstützung der ukrainischen Kriegsflüchtlinge in Deutschland gemeinsam mit den Ländern und Kommunen organisiert, sowie einen nationalen Flüchtlingsgipfel durchzuführen.

Zugleich dringt sie darauf, eine durchgehende Registrierung und Personenfeststellung unmittelbar nach oder bei Grenzübertritt sicherzustellen. Auch soll die Bundesregierung laut Vorlage in Zusammenarbeit mit den Anrainerstaaten der Ukraine koordinierte Beförderungsabläufe der planbaren Sonderzüge und -busse zur deutschland- und europaweiten Unterbringung der Kriegsflüchtlinge schaffen sowie auf einen gleichmäßigen bundesweiten und europäischen Verbleib der Flüchtlinge hinwirken.

Ferner sprechen sich die Unions-Abgeordneten dafür aus, allen ankommenden Frauen zur Erleichterung der Kontaktaufnahme mit ihren Angehörigen und Hilfsangeboten eine SIM-Karte mit Startguthaben für den ersten Monat zu übergeben. Ebenso soll die Bundesregierung dem Antrag zufolge für alle Ankommenden eine gesundheitliche Erstuntersuchung vor Ort vorhalten, um gezielt medizinische und/oder psychologische Unterstützung und erforderliche Impfungen anbieten zu können. Zudem wird die Bundesregierung darin aufgefordert, unverzüglich alle geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, um die vor dem Krieg geflüchteten Frauen, Kinder und Jugendliche vor Kriminellen wie etwa Menschenhändlern zu schützen.

Des Weiteren soll die Bundesregierung nach dem Willen der CDU/CSU-Fraktion die Länder und Kommunen bei der Integration der ukrainischen Kinder und Jugendlichen in das Bildungs- und Betreuungssystem unterstützen sowie gemeinsam mit den Ländern ein bedarfsorientiertes Unterstützungsprogramm für geflüchtete Kinder und Jugendliche zur Bewältigung psychosozialer Belastungen etablieren. Darüber hinaus setzen sie sich in dem Antrag unter anderem dafür ein, das Angebot von Integrations- und Sprachkursen deutlich auszubauen und mit der Kinderbetreuung aufeinander abzustimmen. (sto/07.04.2022)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Yvonne Magwas

Yvonne Magwas

© Yvonne Magwas/Tobias Koch

Magwas, Yvonne

Bundestagsvizepräsidentin

()
Dorothee Bär

Dorothee Bär

© CSU Landesleitung / Christian Kaufmann

Bär, Dorothee

CDU/CSU

()
Ulrike Bahr

Ulrike Bahr

© SPD Bundestagsfraktion/ photothek

Bahr, Ulrike

SPD

()
Gottfried Curio

Gottfried Curio

© Dr. Gottfried Curio/ Hagen Schnauss

Curio, Dr. Gottfried

AfD

()
Anne Spiegel

Anne Spiegel

© picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Spiegel, Anne

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

()
Clara Bünger

Clara Bünger

© Clara Bünger/Ben Gross

Bünger, Clara

Die Linke

()
Dr. Silke Launert

Dr. Silke Launert

© Silke Launert/ Christian Weber

Launert, Dr. Silke

CDU/CSU

()
Clara Bünger

Clara Bünger

© Clara Bünger/Ben Gross

Bünger, Clara

Die Linke

()
Gyde Jensen

Gyde Jensen

© Gyde Jensen/ Tobias Holzweiler

Jensen, Gyde

FDP

()
Alexander Throm

Alexander Throm

© Alexander Throm/Tobias Koch

Throm, Alexander

CDU/CSU

()
Gülistan Yüksel

Gülistan Yüksel

© DBT/Inga Haar

Yüksel, Gülistan

SPD

()
Nicole Höchst

Nicole Höchst

© Nicole Höchst/ Hagen Schnauß

Höchst, Nicole

AfD

()
Julian Pahlke

Julian Pahlke

© B'90/Die Grünen/Stefan Kaminski

Pahlke, Julian

Bündnis 90/Die Grünen

()
Stephan Thomae

Stephan Thomae

© Stephan Thomae/ Sonja Thürwächter

Thomae, Stephan

FDP

()
Josef Oster

Josef Oster

© Josef Oster/ Laurence Chaperon

Oster, Josef

CDU/CSU

()
Yvonne Magwas

Yvonne Magwas

© Yvonne Magwas/Tobias Koch

Magwas, Yvonne

Bundestagsvizepräsidentin

()
Erik von Malottki

Erik von Malottki

© Erik von Malottki/ Foto Peters

Malottki, Erik von

SPD

()
Nadine Schön

Nadine Schön

© Nadine Schön/Tobias Koch

Schön, Nadine

CDU/CSU

()
Clara Bünger

Clara Bünger

© Clara Bünger/Ben Gross

Bünger, Clara

Die Linke

()
Nadine Schön

Nadine Schön

© Nadine Schön/Tobias Koch

Schön, Nadine

CDU/CSU

()
Muhanad Al-Halak

Muhanad Al-Halak

© Dominik Konrad/Dominik Konrad

Al-Halak, Muhanad

FDP

()
Josef Oster

Josef Oster

© Josef Oster/ Laurence Chaperon

Oster, Josef

CDU/CSU

()
Muhanad Al-Halak

Muhanad Al-Halak

© Dominik Konrad/Dominik Konrad

Al-Halak, Muhanad

FDP

()
Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

()

Dokumente

  • 20/1335 - Antrag: Masterplan Hilfe, Sicherheit und Integration für ukrainische Frauen, Kinder und Jugendliche
    PDF | 183 KB — Status: 05.04.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung 20/1335 beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Weitere Informationen

  • Gebärdensprachvideo (mit UT) (Video)

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

Inneres

Oppositionsanträge zum Schutz von Ge­flüchteten abgelehnt

Der Bundestag hat am Mittwoch, 18. Mai 2022, Oppositionsanträge zum Schutz von Geflüchteten aus der Ukraine abgelehnt. Ein Antrag der CDU/CSU-Fraktion (20/1335) wurde mit den Stimmen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke gegen die Stimmen der CDU/CSU bei Stimmenthaltung der AfD abgelehnt. Ein von der Linksfraktion vorgelegter Antrag (20/1330) wurde mit der breiten Mehrheit des Bundestages gegen das Votum der Antragsteller zurückgewiesen. Den Entscheidungen lagen Beschlussempfehlungen des Ausschuss für Inneres und Heimat (20/1537, 20/1538) zurgunde.

Antrag der Unionsfraktion

Nach dem Willen der CDU/CSU-Fraktion (20/1335) soll die Bundesregierung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel einen „Masterplan Hilfe, Sicherheit und Integration für ukrainische Frauen, Kinder und Jugendliche“ erstellen. Die Fraktion fordert die Bundesregierung auf, dazu im Bundeskanzleramt einen Krisen- und Koordinierungsstab einzurichten, der die Unterstützung der ukrainischen Kriegsflüchtlinge in Deutschland gemeinsam mit den Ländern und Kommunen organisiert, sowie einen nationalen Flüchtlingsgipfel durchzuführen.

Zugleich dringt die Fraktion darauf, eine durchgehende Registrierung und Personenfeststellung unmittelbar nach oder bei Grenzübertritt sicherzustellen. Auch soll die Bundesregierung laut Vorlage in Zusammenarbeit mit den Anrainerstaaten der Ukraine koordinierte Beförderungsabläufe der planbaren Sonderzüge und -busse zur deutschland- und europaweiten Unterbringung der Kriegsflüchtlinge schaffen sowie auf einen gleichmäßigen bundesweiten und europäischen Verbleib der Flüchtlinge hinwirken.

SIM-Karte mit Startguthaben für den ersten Monat

Ferner sprechen sich die Abgeordneten dafür aus, allen ankommenden Frauen zur Erleichterung der Kontaktaufnahme mit ihren Angehörigen und Hilfsangeboten eine SIM-Karte mit Startguthaben für den ersten Monat zu übergeben. Ebenso soll die Bundesregierung dem Antrag zufolge für alle Ankommenden eine gesundheitliche Erstuntersuchung vor Ort vorhalten, um gezielt medizinische und/oder psychologische Unterstützung und erforderliche Impfungen anbieten zu können. Zudem wird die Bundesregierung darin aufgefordert, alles zu tun, um die vor dem Krieg geflüchteten Frauen, Kinder und Jugendliche vor Kriminellen wie etwa Menschenhändlern zu schützen.

Des Weiteren soll die Bundesregierung nach dem Willen der Abgeordneten die Länder und Kommunen bei der Integration der ukrainischen Kinder und Jugendlichen in das Bildungs- und Betreuungssystem unterstützen sowie gemeinsam mit den Ländern ein bedarfsorientiertes Unterstützungsprogramm für geflüchtete Kinder und Jugendliche zur Bewältigung psychosozialer Belastungen etablieren. Darüber hinaus setzen sie sich in dem Antrag unter anderem dafür ein, das Angebot von Integrations- und Sprachkursen deutlich auszubauen und mit der Kinderbetreuung aufeinander abzustimmen.

Antrag der Linksfraktion

„Geflüchtete aus der Ukraine und anderen Ländern schützen - Kommunen bei der Aufnahme stärken“ lautet der Titel des Antrags der Linken (20/1330). Darin fordert die Fraktion die Bundesregierung auf, die direkten Kosten der Aufnahme von Geflüchteten für Unterbringung, Gesundheitsversorgung und Sozialleistungen den Ländern beziehungsweise Kommunen zu erstatten.

Darüber hinaus sei eine wirksame Beteiligung an indirekten und infrastrukturellen Kosten der Aufnahme erforderlich, heißt es in dem Antrag weiter. Auch soll die Bundesregierung nach dem Willen der Fraktion für ausreichende Deutsch-Sprachkurse und eine vereinfachte Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse sorgen, um eine schnelle Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.

„Schutzangebot für russische Deserteure machen“

Zugleich wird die Bundesregierung aufgefordert, bei der Schutzgewährung nach Paragraf 24 des Aufenthaltsgesetzes („Aufenthaltsgewährung zum vorübergehenden Schutz“) keine Unterscheidung nach Herkunft und Status zu machen. Auch Geflüchtete ohne ukrainische Staatsangehörigkeit, die nicht nur kurzfristig in der Ukraine lebten, müssten in den Schutz mit einbezogen werden.

Darüber hinaus plädiert die Fraktion unter anderem dafür, ein Schutzangebot für russische und belarussische Deserteure, Kriegsdienstverweigerer und Menschenrechtsaktivisten auszusprechen und ihnen humanitäre Visa für eine sichere Einreise sowie einen Flüchtlings- oder einen anderen sicheren Aufenthaltsstatus zu erteilen. Zudem soll sich die Bundesregierung dem Antrag zufolge dafür einsetzen, „dass wehrpflichtige Männer nicht an der Flucht aus der Ukraine gehindert werden“. (vom/sto/18.05.2022)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

()
Reem Alabali-Radovan

Reem Alabali-Radovan

© Photothek

Alabali-Radovan, Reem

Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge, Integration

()
Silvia Breher

Silvia Breher

© Silvia Breher/ Anne Hufnagl

Breher, Silvia

CDU/CSU

()
Filiz Polat

Filiz Polat

© Filiz Polat/ Annette Koroll

Polat, Filiz

Bündnis 90/Die Grünen

()
Mariana Harder-Kühnel

Mariana Harder-Kühnel

© Mariana Harder-Kühnel

Harder-Kühnel, Mariana Iris

AfD

()
Stephan Thomae

Stephan Thomae

© Stephan Thomae/ Sonja Thürwächter

Thomae, Stephan

FDP

()
Clara Bünger

Clara Bünger

© Clara Bünger/Ben Gross

Bünger, Clara

Die Linke

()
Helge Lindh

Helge Lindh

© Photothek Media Lab

Lindh, Helge

SPD

()
Ralph Edelhäußer

Ralph Edelhäußer

© CSU-Landesgruppe / Christian Kaufmann

Edelhäußer, Ralph

CDU/CSU

()
Gülistan Yüksel

Gülistan Yüksel

© DBT/Inga Haar

Yüksel, Gülistan

SPD

()
Lars Rohwer

Lars Rohwer

© Lars Rohwer/ BLEND3/Frank Grätz

Rohwer, Lars

CDU/CSU

()
Katrin Göring-Eckardt

Katrin Göring-Eckardt

© Katrin Göring-Eckardt/ Laurence Chaperon

Göring-Eckardt, Katrin

Bundestagsvizepräsidentin

()

Dokumente

  • 20/1330 - Antrag: Geflüchtete aus der Ukraine und anderen Ländern schützen - Kommunen bei der Aufnahme stärken
    PDF | 191 KB — Status: 05.04.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/1335 - Antrag: Masterplan Hilfe, Sicherheit und Integration für ukrainische Frauen, Kinder und Jugendliche
    PDF | 183 KB — Status: 05.04.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/1537 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Fraktion der CDU/CSU - Drucksache 20/1335 - Masterplan Hilfe, Sicherheit und Integration für ukrainische Frauen, Kinder und Jugendliche
    PDF | 226 KB — Status: 27.04.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/1538 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Abgeordneten Clara Bünger, Dr. Gesine Lötzsch, Nicole Gohlke, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. - Drucksache 20/1330 - Geflüchtete aus der Ukraine und anderen Ländern schützen - Kommunen bei der Aufnahme stärken
    PDF | 187 KB — Status: 27.04.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Beschlussempfehlung 20/1537 (Antrag 20/1335 ablehnen) angenommen
  • Beschlussempfehlung 20/1538 (Antrag 20/1330 ablehnen) angenommen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

  1. Startseite
  2. Dokumente
  3. Texte (2021-2025)
  4. 2022
zurück zu: Texte (2021-2025) ()
  • Instagram-Kanäle

    • Bundestag (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
    • Bundestagspräsidentin (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
  • LinkedIn
  • Mastodon-Kanäle

    • Bundestag (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
    • hib-Nachrichten (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
  • WhatsApp
  • YouTube
  • Hilfe
  • Kontakt
  • Inhaltsübersicht
  • Instagram-Kanäle

    • Bundestag (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
    • Bundestagspräsidentin (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
  • LinkedIn
  • Mastodon-Kanäle

    • Bundestag (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
    • hib-Nachrichten (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
  • WhatsApp
  • YouTube
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutz
  • Impressum

© Deutscher Bundestag

Ausdruck aus dem Internet-Angebot des Deutschen Bundestages

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2022/kw20-de-ukrainische-fluechtlinge-kommunen-894648

Stand: 30.08.2025