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Jugend

Grüne fordern „Engage­ment­offensive“ zur Beteili­gung junger Menschen

Drei Gesetzentwürfe und drei Anträge der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Stärkung der politischen Partizipation hat der Bundestag am Freitag, 27. September 2019, nach erster Aussprache zur weiteren Beratung in die Ausschüsse überwiesen. Dabei ging es um den Antrag mit dem Titel „Junge Menschen beteiligen – Partizipationsrechte stärken, Demokratiebildung fördern“ (19/13537) sowie einen Gesetzentwurf der Fraktion zur Änderung von Artikel 38 des Grundgesetzes (19/13512) mit dem Ziel, die Wahlaltersgrenze auf das vollendete 16. Lebensjahr zu senken. Ferner wurden ein Antrag mit dem Titel „Engagementoffensive jetzt – Bürgerschaftliches Engagement in der Breite der Gesellschaft fördern“ (19/10223) und ein weiteren Antrag beraten, in dem sich die Grünen dafür aussprechen, das Mindestalter für die Unterstützung der Europäischen Bürgerinitiative auf 16 Jahre abzusenken (19/13089).

In den federführenden Ausschuss für Inneres und Heimat überwiesen werden sollen die beiden Gesetzentwürfe der Grünen zur Änderung des Bundeswahlgesetzes (19/13513) und zur Änderung des Europawahlgesetzes (19/13514) mit dem Ziel, ein aktives Wahlrecht ab 16 Jahren einzuführen. Ebenfalls an den Innenausschuss gehen der Gesetzentwurf zur Grundgesetzänderung (19/13512) und der Antrag zur Europäischen Bürgerinitiative (19/13089). Beim letztgenannten Antrag war die Federführung strittig, da die Grünen die Federführung beim Europaausschuss sagen. Die Mehrheit entschied sich jedoch für den Innenausschuss. Im federführenden Familienausschuss beraten werden dagegen die Anträge zu den Partizipationsrechten(19/13537) und zur Engagementoffensive (19/10223).

„Zeitplan für eine Deutschen Engagementstiftung vorlegen“

Die Grünen verlangen in ihrem Antrag (19/10223) von der Bundesregierung, zehn Jahre nach der letzten eine neue Engagementstrategie „mit klaren Prioritäten und ressortübergreifend abgestimmten Maßnahmen“ vorzulegen. Diese Strategie soll unter anderem, so listet die Fraktion auf, Engagement für alle ermöglichen, Prävention gegen Extremismus und Radikalisierung bieten und die Entwicklung von Bildungseinrichtungen zu Engagementorten unterstützen. Die Vorlagen sollen im Anschluss zur weiteren Beratung an den Jugendausschuss überwiesen werden.Zudem fordert die Fraktion, eine „Position innerhalb der Bundesregierung zu schaffen, die für die notwendige Koordination der Engagementpolitik zuständig ist“. Für die geplante Einrichtung einer „Deutschen Engagementstiftung“ solle die Bundesregierung darüber hinaus einen konkreten Zeitplan vorlegen und darauf achten, „dass auch kleine, lokale Initiativen für Fördermittel antragsberechtigt sind und diesen – wo nötig – Hilfestellungen bei der Antragseinreichung gewährt werden“.

Ziel sei außerdem, eine dauerhafte Finanzierung von Strukturen des bürgerschaftlichen Engagements statt zeitlich befristeter Programmfinanzierung als zweite Säule der Engagementpolitik zu etablieren. Eine auskömmliche Ausstattung der Stiftung müsse, so heißt es weiter im Antrag, ebenfalls gewährleistet sein. Die dazu bislang in Rede stehende jährliche Zuweisung solle von 35 auf 50 Millionen Euro erhöht werden. Ferner fordern die Grünen unter anderem, das Gemeinnützigkeitsrecht zu novellieren und transparenter zu gestalten, das Stiftungsrecht zu reformieren, Maßnahmenpaket zum Bürokratieabbau im bürgerschaftlichen Engagement vorzulegen die Anerkennung von Engagement zu stärken.

„Mindestalter auf 16 Jahre senken“

Darüber hinaus fordern die Grünen die Bundesregierung in ihrem weiteren Antrag (19/13089) auf, einen Gesetzentwurf zur Änderung des Gesetzes zur Europäischen Bürgerinitiative vorzulegen, um das Mindestalter für die Unterstützung der Europäischen Bürgerinitiative auf 16 Jahre abzusenken. Als Erklärung verweisen die Grünen darauf, dass junge Bürger „ein elementarer Bestandteil der europäischen Gesellschaft“ sind, „deren Meinung in der politischen Willensbildung mehr Gehör finden sollte“. Die Fridays-for-Future-Bewegung stehe „exemplarisch für das wachsende politische Interesse und Engagement von Jugendlichen“, heißt es im Antrag.

Das Mindestalter für die Unterstützung der Europäischen Bürgerinitiative auf 16 Jahre herabzusetzen, würde einerseits Vertrauen junger Menschen in politische Prozesse und Institutionen zu stärken und andererseits die Europäische Bürgerinitiative als Instrument der partizipativen Demokratie stärken, schreiben die Abgeordneten. Zudem lege die neue Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über die Europäische Bürgerinitiative (EU  2019/788) den Mitgliedsstaaten nahe, eine Festlegung des Mindestalters auf 16 Jahre in Betracht zu ziehen. Auch die an der Bundesregierung beteiligten Parteien hätten in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, dass sie „die Teilhabe von jungen Menschen auf allen Ebenen stärken und weitere Beteiligungsformate unterstützen“ wollen, argumentiert die Fraktion.

„Kinderrechte im Grundgesetz darstellen“

In ihrem dritten Antrag (19/13537) fordern die Grünen von der Regierung erneut einen Gesetzentwurf, um das Wahlalter für Bundestags- und Europawahlen auf 16 Jahre zu senken. Darüber hinaus sollen die Kinderrechte im Grundgesetz klarstellt und Kinder als Träger eigenständiger Rechte definiert sowie ihre Beteiligungsrechte konkretisiert werden.

Die Fraktion will überdies einen nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung. Die im Aktionsplan „Für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2010“ entwickelten Qualitätsstandards für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sollen umgesetzt und bekannt gemacht werden, um die Beteiligung aller junger Menschen unabhängig vom soziokulturellen Hintergrund zu ermöglichen. In den Kommunen und Ländern sollen Ansprechpersonen für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen benannt werden. Dafür seien die Strukturen und Netzwerke der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit auszuschöpfen. (sas/vom/27.09.2019)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Claudia Roth

Claudia Roth

© Claudia Roth/ Kristian Schuller

Roth (Augsburg), Claudia

Bundestagsvizepräsidentin

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Margit Stumpp

Margit Stumpp

© Deutscher Bundestag/ Inga Haar

Stumpp, Margit

Bündnis 90/Die Grünen

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Bettina Margarethe Wiesmann

Bettina Margarethe Wiesmann

© Bettina M. Wiesmann/ Lorenz Gempper

Wiesmann, Bettina Margarethe

CDU/CSU

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Johannes Huber

Johannes Huber

© Johannes Huber/ Hagen Schnans

Huber, Johannes

AfD

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Ulrike Bahr

Ulrike Bahr

© SPD Bundestagsfraktion/ photothek

Bahr, Ulrike

SPD

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Grigorios Aggelidis

Grigorios Aggelidis

© Julia Deptala Photography

Aggelidis, Grigorios

FDP

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Norbert Müller

Norbert Müller, Die Linke.

© Norbert Müller/Katharina Rösler

Müller (Potsdam), Norbert

Die Linke

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Ansgar Heveling

Ansgar Heveling

© Ansgar Heveling/ Tobias Koch

Heveling, Ansgar

CDU/CSU

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Mahmut Özdemir

Mahmut Özdemir

© Mahmut Özdemir/ Maximilian König

Özdemir (Duisburg), Mahmut

SPD

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Martin Patzelt

Martin Patzelt

© Martin Patzelt/Katja Frenkel

Patzelt, Martin

CDU/CSU

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Claudia Roth

Claudia Roth

© Claudia Roth/ Kristian Schuller

Roth (Augsburg), Claudia

Bundestagsvizepräsidentin

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Dokumente

  • 19/10223 - Antrag: Engagementoffensive jetzt - Bürgerschaftliches Engagement in der Breite der Gesellschaft fördern
    PDF | 220 KB — Status: 15.05.2019
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/13089 - Antrag: Mindestalter für die Unterstützung einer Europäischen Bürgerinitiative auf 16 Jahre absenken
    PDF | 240 KB — Status: 10.09.2019
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/13512 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 38)
    PDF | 326 KB — Status: 24.09.2019
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/13513 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Bundeswahlgesetzes (aktives Wahlrecht ab 16 Jahren)
    PDF | 342 KB — Status: 24.09.2019
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/13514 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Europawahlgesetzes (aktives Wahlrecht ab 16 Jahren)
    PDF | 327 KB — Status: 24.09.2019
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/13537 - Antrag: Junge Menschen beteiligen - Partizipationsrechte stärken, Demokratiebildung fördern
    PDF | 291 KB — Status: 25.09.2019
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung 19/13537, 19/13512, 19/10223, 19/13514 und 19/13513 beschlossen
  • Überweisung 19/13089 beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Online-Dienste

Jugend

Vorlagen zur Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre abgelehnt

Der Bundestag hat am Freitag, 21. Mai 2021, drei Gesetzentwürfe und vier Anträge der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie einen Gesetzentwurf und einen Antrag der FDP-Fraktion zur Förderung von Partizipation und zivilgesellschaftlichem Engagement zurückgewiesen. 

Initiativen der Grünen und der FDP

Abgelehnt wurde ein Gesetzentwurf der Grünen zur Änderung von Artikel 38 des Grundgesetzes (19/13512) mit dem Ziel, die Wahlaltersgrenze auf das vollendete 16. Lebensjahr zu senken. Die Vorlage wurde mit der Mehrheit von CDU/CSU, SPD und AfD gegen die Stimmen der FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen zurückgewiesen. Der Entscheidung lag eine Beschlussempfehlung des Ausschusses für Inneres und Heimat (19/23222) zugrunde.

Ebenfalls abgelehnt wurden die Gesetzentwürfe zur Änderung des Bundeswahlgesetzes (19/13513) und zur Änderung des Europawahlgesetzes (19/13514) sowie ein Antrag der Fraktion zur Europäischen Bürgerinitiative (19/13089). Der erste und der zweite Gesetzentwurf fand jeweils keine Mehrheit gegen die Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD bei Unterstützung durch die FDP, Linke und Grünen. Den Abstimmungen lag eine Beschlussempfehlung des Ausschusses für Inneres und Heimat (19/29812) zugrunde. Der Antrag zur EU-Bürgerinitiative wurde ebenfalls mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD gegen die Stimmen von FDP, Linke und Grüne abgelehnt. Auch dieser Abstimmung lag ein eine Beschlussempfehlung des Ausschusses für Inneres und Heimat (19/29593) zugrunde.

Schließlich wurden drei Anträge der Grünen mit den Titeln „Engagementoffensive jetzt – Bürgerschaftliches Engagement in der Breite der Gesellschaft fördern“ (19/10223), „Mit einem Demokratiefördergesetz die Zivilgesellschaft schützen und stärken“ (19/20166) und „Für eine lebendige Demokratie – Beteiligung und Engagement auf Bundesebene zu stärken“ (19/27879) abgelehnt. Der erste und dritte Antrag wurde mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD gegen die Stimmen der Grünen bei Stimmenthaltung der FDP und Linksfraktion abgelehnt. Der zweite Antrag wurde mit den Stimmen  von CDU/CSU, SPD, AfD und FDP gegen die Stimmen Linksfraktion und Grünen zurückgewiesen. Den Entscheidungen lag eine Beschlussempfehlung des Familienausschusses (19/29892) zugrunde. 

Ferner hat der Bundestag einen Gesetzentwurf der FDP-Fraktion zur Anpassung des Aktiven Wahlrechts (Wahlalteranpassungsgesetz, 19/23687) sowie einen Antrag der Liberalen mit dem Titel „Wahlrecht ab 16“ (19/23926) abgelehnt. Der Gesetzentwurfs wurde mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD gegen die Stimmen von FDP, Die Linke und Grüne abgelehnt. Der Antrag fand gegen die Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD gegen die Stimmen der FDP und Linke bei Stimmenthaltung der Grünen keine Mehrheit. Den Entscheidungen lag eine Beschlussempfehlung des Innenausschusses (19/29812) zugrunde.

Gesetzentwurf der FDP

Die FDP-Fraktion will bei künftigen Wahlen zum Bundestag und zum Europäischen Parlament auch 16- und 17-Jährigen das aktive Wahlrecht einräumen. Dies geht aus ihrem Gesetzentwurf (19/23687) hervor. Danach soll im Grundgesetz-Artikel 38 Absatz 2 die Altersgrenze für das aktive Wahlrecht vom vollendeten 18. auf das vollendete 16. Lebensjahr gesenkt sowie das Bundes- und das Europawahlgesetz entsprechend angepasst werden.

In der Vorlage kritisiert die Fraktion, dass gegenwärtig mehr als 1,5 Millionen Bundesbürgern im Alter zwischen 16 und 18 Jahren allein aufgrund ihres Alters das aktive Wahlrecht verwehrt bleibe. Eine „Unfähigkeit zur politischen Willensbildung“ bei Personen in diesem Alter könne aber nicht beobachtet werden. Auch mangele es 16- und 17-Jährigen im Vergleich zu 18-Jährigen nicht an Einsichts- oder Urteilsfähigkeit. „Menschen diesen Alters sind in gleichem Umfang in der Lage, Verantwortung zu übernehmen und ihren politischen Willen angemessen zu kommunizieren“, argumentieren die Abgeordneten. Ein Ausschluss vom aktiven Wahlrecht ist daher nicht zu rechtfertigen.„

Antrag der FDP

Auch mit ihrem Antrag (19/23926) wollen die Liberalen für künftige Wahlen zum Bundestag und zum Europäischen Parlament 16- und 17-Jährigen das aktive Wahlrecht einräumen. Ferner wird die Bundesregierung in der Vorlage aufgefordert, “auf allen Ebenen ein Jugendparlament zu schaffen, in denen jeder Deutsche stimmberechtigt ist, der das aktive Wahlrecht dieser Ebene noch nicht erhalten hat„. 

Zudem soll die Bundesregierung nach dem Willen der Fraktion unter anderem Jugendlichen zusätzliche Partizipationsmaßnahmen ermöglichen sowie politische Bildung in Schulen stärken.

Gesetzentwürfe der Grünen

Die Grünen wollen bei künftigen Bundestagswahlen 16- und 17-Jährigen ebenfalls das aktive Wahlrecht einräumen. Dies geht aus dem Gesetzentwurf der Fraktion zur Änderung des Grundgesetzes (19/13512) hervor. Danach soll im Grundgesetz-Artikel 38 Absatz 2 die Altersgrenze für das aktive Wahlrecht vom vollendeten 18. auf das vollendete 16. Lebensjahr gesenkt werden. Für ein aktives Wahlrecht ab 16 Jahren für Bundestags- und Europawahlen setzt sich die Fraktion auch mit den Gesetzentwürfen zur Änderung des Bundeswahlgesetzes (19/13513) sowie zur Änderung des Europawahlgesetzes (19/13514) ein.

Der Ausschluss von 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen vom aktiven Wahlrecht sei nicht zwingend zu rechtfertigen, heißt es in den Entwürfen. Denn bei dieser Altersgruppe lasse sich weder eine generell mangelnde Einsichts- und Urteilsfähigkeit, noch eine generell fehlende Möglichkeit der Teilnahme am Kommunikationsprozess zwischen den Wählern und ihren repräsentativen Organen mit der nötigen Gewissheit feststellen. Einsichts- und Urteilsfähigkeit sowie Verantwortungsbewusstsein von Jugendlichen geböten vielmehr die Teilhabe dieser Altersgruppe am demokratischen Prozess. Derzeit liegt die Altersgrenze bei 18 Jahren.

Erster Antrag der Grünen

Die Grünen verlangen in ihrem ersten Antrag (19/10223), zehn Jahre nach der letzten eine neue Engagementstrategie “mit klaren Prioritäten und ressortübergreifend abgestimmten Maßnahmen„ vorzulegen. Diese Strategie soll unter anderem, so listet die Fraktion auf, Engagement für alle ermöglichen, Prävention gegen Extremismus und Radikalisierung bieten und die Entwicklung von Bildungseinrichtungen zu Engagement-Orten unterstützen.

Zudem fordert die Fraktion, eine “Position innerhalb der Bundesregierung zu schaffen, die für die notwendige Koordination der Engagementpolitik zuständig ist„. Für die geplante Einrichtung einer “Deutschen Engagementstiftung„ solle die Bundesregierung darüber hinaus einen konkreten Zeitplan vorlegen und darauf achten, “dass auch kleine, lokale Initiativen für Fördermittel antragsberechtigt sind und diesen – wo nötig – Hilfestellungen bei der Antragseinreichung gewährt werden„.

Zweiter Antrag der Grünen

Um eine langfristige Perspektive für die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Präventionsarbeit zu schaffen, fordern die Grünen die Bundesregierung in ihrem zweiten Antrag (19/20166) auf, einen Entwurf für ein Demokratiefördergesetz vorzulegen. Damit solle “die Förderung zivilgesellschaftlicher Arbeit zur Demokratiestärkung, gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Muslimfeindlichkeit, Homo- und Transfeindlichkeit, Sexismus, Behindertenfeindlichkeit und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit als staatliche Daueraufgabe von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung festgeschrieben werden„.

Auch solle das Gesetz die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Arbeit der Strukturträger, der Partnerschaften für Demokratie und lokaler Initiativen sowie “bewährter und strategischer Ansätze„ in der Präventionsarbeit und positiv evaluierter Modellprojekte dauerhaft und langfristig gewährleistet werden kann. Ziel sei es “verlässliche Strukturen„ zu schaffen, um die “Abhängigkeit von zeitlich begrenzter Projektfinanzierung zu beenden„.

Dritter Antrag der Grünen

 “Für eine lebendige Demokratie – Beteiligung und Engagement auf Bundesebene stärken„ lautet der Titel des dritten Antrags der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/27879), in dem die Antragsteller von der Bundesregierung unter anderem die Schaffung eines “Beteiligungsgesetzes„ als Grundlage für Bürgerbeteiligung auf Bundesebene, eine verantwortliche Position innerhalb der Bundesregierung, die für Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie, Partizipation und Zivilgesellschaft zuständig ist sowie ein Online-Beteiligungsportal fordern.

Vierter Antrag der Grünen

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will das Mindestalter für die Unterstützung einer Europäischen Bürgerinitiative auf 16 Jahre absenken, um die Partizipation junger Menschen in der europäischen Demokratie zu stärken. Die Bundesregierung solle einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen, fordern die Abgeordneten in ihrem zweiten Antrag (19/13089).

Den Grünen zufolge legt die neue Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über die Europäische Bürgerinitiative den Mitgliedsstaaten nahe, eine Festlegung des Mindestalters auf 16 Jahre in Betracht zu ziehen. Auch hätten die an der Bundesregierung beteiligten Parteien in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, dass sie “die Teilhabe von jungen Menschen auf allen Ebenen stärken und weitere Beteiligungsformate unterstützen„ wollen. (aw/joh/pk/sas/vom/ste/sas/21.05.2021)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Dagmar Ziegler

Dagmar Ziegler

© DBT/Inga Haar

Ziegler, Dagmar

Bundestagsvizepräsidentin

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Susann Rüthrich

Susann Rüthrich

© SPD-Parteivorstand/ Susie Knoll

Rüthrich, Susann

SPD

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Nicole Höchst

Nicole Höchst

© Nicole Höchst/ Hagen Schnauß

Höchst, Nicole

AfD

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Martin Patzelt

Martin Patzelt

© Martin Patzelt/Katja Frenkel

Patzelt, Martin

CDU/CSU

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Grigorios Aggelidis

Grigorios Aggelidis

© Julia Deptala Photography

Aggelidis, Grigorios

FDP

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Friedrich Straetmanns

Friedrich Straetmanns

© DBT/Stella von Saldern

Straetmanns, Friedrich

Die Linke

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Anna Christmann

Anna Christmann

© DBT/Inga Haar

Christmann, Dr. Anna

Bündnis 90/Die Grünen

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Ingrid Pahlmann

Ingrid Pahlmann

© Ingrid Pahlmann/ Björn Küssner

Pahlmann, Ingrid

CDU/CSU

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Helge Lindh

Helge Lindh

© Photothek Media Lab

Lindh, Helge

SPD

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Philipp Amthor

Philipp Amthor

© Philipp Amthor/Tobias Koch

Amthor, Philipp

CDU/CSU

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Dagmar Ziegler

Dagmar Ziegler

© DBT/Inga Haar

Ziegler, Dagmar

Bundestagsvizepräsidentin

()

Dokumente

  • 19/10223 - Antrag: Engagementoffensive jetzt - Bürgerschaftliches Engagement in der Breite der Gesellschaft fördern
    PDF | 220 KB — Status: 15.05.2019
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/13089 - Antrag: Mindestalter für die Unterstützung einer Europäischen Bürgerinitiative auf 16 Jahre absenken
    PDF | 240 KB — Status: 10.09.2019
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/13512 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 38)
    PDF | 326 KB — Status: 24.09.2019
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/13513 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Bundeswahlgesetzes (aktives Wahlrecht ab 16 Jahren)
    PDF | 342 KB — Status: 24.09.2019
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/13514 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Europawahlgesetzes (aktives Wahlrecht ab 16 Jahren)
    PDF | 327 KB — Status: 24.09.2019
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/20166 - Antrag: Mit einem Demokratiefördergesetz die Zivilgesellschaft schützen und stärken
    PDF | 298 KB — Status: 17.06.2020
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/23222 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Gesetzentwurf der Abgeordneten Beate Walter-Rosenheimer, Britta Haßelmann, Annalena Baerbock, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 19/13512 - Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 38)
    PDF | 273 KB — Status: 08.10.2020
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/23687 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung des aktiven Wahlrechts (Wahlalteranpassungsgesetz)
    PDF | 330 KB — Status: 27.10.2020
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/23926 - Antrag: Wahlrecht ab 16
    PDF | 252 KB — Status: 03.11.2020
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/27879 - Antrag: Für eine lebendige Demokratie - Beteiligung und Engagement auf Bundesebene stärken
    PDF | 287 KB — Status: 24.03.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/29593 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Franziska Brantner, Dr. Anna Christmann, Britta Haßelmann, weiterer Abgeordneter, weiterer Abgeordneter BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 19/13089 - Mindestalter für die Unterstützung einer Europäischen Bürgerinitiative auf 16 Jahre absenken
    PDF | 250 KB — Status: 11.05.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/29812 - Beschlussempfehlung und Bericht: a) zu dem Gesetzentwurf der Abgeordneten Konstantin Kuhle, Roman Müller-Böhm, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP - Drucksache 19/23687 - Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung des aktiven Wahlrechts (Wahlalteranpassungsgesetz) b) zu dem Gesetzentwurf der Abgeordneten Beate Walter-Rosenheimer, Britta Haßelmann, Annalena Baerbock, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 19/13513 - Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Bundeswahlgesetzes (aktives Wahlrecht ab 16 Jahren) c) zu dem Gesetzentwurf der Abgeordneten Beate Walter-Rosenheimer, Britta Haßelmann, Annalena Baerbock, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 19/13514 - Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Europawahlgesetzes (aktives Wahlrecht ab 16 Jahren) d) zu dem Antrag der Abgeordneten Roman Müller-Böhm, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Konstantin Kuhle, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP - Drucksache 19/23926 - Wahlrecht ab 16
    PDF | 290 KB — Status: 19.05.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/29892 - Beschlussempfehlung und Bericht: a) zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Anna Christmann, Annalena Baerbock, Katja Dörner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 19/10223 - Engagementoffensive jetzt - Bürgerschaftliches Engagement in der Breite der Gesellschaft fördern b) zu dem Antrag der Abgeordneten Monika Lazar, Filiz Polat, Dr. Konstantin von Notz, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 19/20166 - Mit einem Demokratiefördergesetz die Zivilgesellschaft schützen und stärken c) zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Anna Christmann, Britta Haßelmann, Ulle Schauws, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 19/27897 - Für eine lebendige Demokratie - Beteiligung und Engagement auf Bundesebene stärken
    PDF | 344 KB — Status: 19.05.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Beschlussempfehlung 19/29892 Buchstabe a (Antrag 19/10223 ablehnen) angenommen
  • Beschlussempfehlung 19/29892 Buchstabe b (Antrag 19/20166 ablehnen) angenommen
  • Beschlussempfehlung 19/29892 Buchstabe c (Antrag 19/27879 ablehnen) angenommen
  • Gesetzentwurf 19/13512 (Beschlussempfehlung 19/23222: Gesetzentwurf ablehnen) abgelehnt
  • Gesetzentwurf 19/23687 (Beschlussempfehlung 19/29812 Buchstabe a: Gesetzentwurf ablehnen) abgelehnt
  • Gesetzentwurf 19/13513 (Beschlussempfehlung 19/29812 Buchstabe b: Gesetzentwurf ablehnen) abgelehnt
  • Gesetzentwurf 19/13514 (Beschlussempfehlung 19/29812 Buchstabe c: Gesetzentwurf ablehnen) abgelehnt
  • Beschlussempfehlung 19/29812 Buchstabe d (Antrag 19/23926 ablehnen) angenommen
  • Beschlussempfehlung 19/29593 (Antrag 19/13089 ablehnen) angenommen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Online-Dienste

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Ausdruck aus dem Internet-Angebot des Deutschen Bundestages

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw20-de-wahlrecht-ab-16-840276

Stand: 31.08.2025