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Finanzen

Linke erntet Gegen­wind für Vorstoß für eine Vermögens­abgabe

Eine „einmalige Vermögensabgabe für Milliardäre und Multimillionäre“ fordert die Fraktion Die Linke in einem Antrag (19/28908), den der Bundestag am Donnerstag, 6. Mai 2021, nach einstündiger Aussprache zur weiteren Beratung an den federführenden Finanzausschuss überwiesen hat.  

Antrag der Linken

Die Fraktion fordern die Bundesregierung auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der aufgrund des außerordentlichen Finanzierungsbedarfs infolge der Corona-Krise eine Vermögensabgabe nach Artikel 106 Absatz 1 Nr. 5 des Grundgesetzes vorsieht. Die einmalige Abgabe solle so ausgestaltet werden, „dass höchstens die reichsten 0,7 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland belastet werden und ein Gesamtaufkommen von mindestens 300 Milliarden Euro erzielt wird“. Die Linke plant, die Vermögensabgabe individuell zu erheben. Unbeschränkt abgabepflichtig seien natürliche Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland mit ihrem Weltvermögen. Beschränkt abgabepflichtig seien natürliche Personen, die im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, mit ihrem in Deutschland belegenen Vermögen.

Das abgabepflichtige Vermögen solle alle Vermögensarten umfassen. „Die Vermögensbewertung orientiert sich grundsätzlich am Verkehrswert“, schreibt die Linksfraktion. Als Bemessungsgrundlage sieht sie das individuelle Nettovermögen der natürlichen Personen. Dieses umfasse die abgabepflichtigen Vermögenswerte abzüglich der darauf lastenden Verbindlichkeiten.

Linke: Es droht ein Kürzungshammer nach der Wahl

Fabio de Masi (Die Linke) warb für die Abgabe, die seine Fraktion fordert: „Jede Partei hat die Verpflichtung gegenüber der Bevölkerung zu sagen, wer die Kosten der Krise trägt.“ Das reichste Prozent der Bevölkerung besitze ein Drittel des Nettovermögens, die Hälfte der Bevölkerung besitze unter dem Strich nichts.

Er warnte: „Es droht ein Kürzungshammer nach der Wahl.“ Die Einnahmen der Vermögensabgabe würden fast den ganzen Tilgungsbedarf decken.

CDU/CSU: Ein Angriff auf mittelständische Unternehmen

Christian Freiherr von Stetten (CDU/CSU) bezeichnete die Abgabe als „Angriff auf mittelständische Unternehmen“. Er warnte vor Steuerflucht ins Ausland und vor negativen Folgen für die deutsche Wirtschaft.

Es blieben noch zwei Monate Zeit, den stattdessen „dringend nötigen Bürokratieabbau“ für die Wirtschaft anzugehen. „Wir brauchen nach der Krise keine Steuererhöhungsorgien.“

AfD: Abgabe wäre ein Bürokratiemonster

Auch Dr. Bruno Hollnagel (AfD) lehnte den Plan ab: „Die geforderte Abgabe suggeriert, dass wir in Deutschland ein Einnahmeproblem hätten. Das stimmt nicht, wir haben ein Ausgabeproblem.“

Hollnagel kritisierte die Vermögensabgabe: „Sie setzen Millionen individuelle Wertermittlungsverfahren voraus“, sagt er. Die Abgabe würde ein „Bürokratiemonster“ schaffen.

SPD: Vermögensteuer wieder einführen

Cansel Kiziltepe (SPD) hob die gestiegene Ungleichheit in Deutschland hervor. Sparen sei nicht nur in der Krise der falsche Weg, sondern auch danach.

„Anders als die Linken wollen wir einen anderen Weg gehen, einen, der auch langfristig eine gerechte Besteuerung sicherstellt.“ Sie sagte: „Wir als SPD wollen die Vermögensteuer wieder einführen.“

FDP: Verfassungsrechtlich bedenklich

Markus Herbrand (FDP) nannte den Vorschlag „wirtschaftspolitisch kontraproduktiv“. Es mache keinen Sinn, in die Substanz hinein zu besteuern.

Herbrand führte an, dass 90 Prozent der Investitionen privat finanziert würden, nur zehn Prozent durch den Staat. Außerdem sei eine Mehrzahl der Juristen der Auffassung, dass die Abgabe verfassungsrechtlich bedenklich sei.

Grüne: Forderung ist richtig, der Weg dahin nicht

Stefan Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) nannte die Forderung der Linken richtig, stellte aber „den konkreten Weg dahin und den Zeitpunkt“ infrage. Die Politik müsse zwar für Verteilungsgerechtigkeit sorgen, es sei allerdings zweifelhaft, ob Die Linke mit ihrem Vorstoß verfassungsfest agiere.

Außerdem komme der Antrag zu früh. Erst müsse die Pandemie überwunden werden. Dann könne man Bilanz ziehen und entscheiden, welche Instrumente zu ziehen seien. (ab/hau/ste/06.05.2021)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Petra Pau

Petra Pau

© Deutscher Bundestag/Stella von Saldern

Pau, Petra

Bundestagsvizepräsidentin

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Fabio De Masi

Fabio De Masi

© Die Linke Hamburg/Karin Desmarowitz

De Masi, Fabio

Die Linke

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Christian Freiherr von Stetten

Christian Freiherr von Stetten

© CDU Bundesgeschäftsstelle/Tobias Koch

Stetten, Christian Frhr. von

CDU/CSU

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Dr. Bruno Hollnagel

Dr. Bruno Hollnagel

© Dr. Bruno Hollnagel/ Fotowerft Bargteheide

Hollnagel, Dr. Bruno

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Cansel Kiziltepe

Cansel Kiziltepe

© Deutscher Bundestag/Inga Haar

Kiziltepe, Cansel

SPD

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Markus Herbrand

Markus Herbrand

© Markus Herbrand/ K. Wallraf

Herbrand, Markus

FDP

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Stefan Schmidt

Stefan Schmidt

© Deutscher Bundestag/ Inga Haar

Schmidt, Stefan

Bündnis 90/Die Grünen

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Hans Michelbach

© Hans Michelbach/Tobias Koch

Michelbach, Dr. h. c. (Univ Kyiv) Hans

CDU/CSU

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Stefan Keuter

Stefan Keuter

© DBT/ Inga Haar

Keuter, Stefan

AfD

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Bernhard Daldrup

Bernhard Daldrup

© Bernhard Daldrup/ Elias Domsch

Daldrup, Bernhard

SPD

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Till Mansmann

Till Mansmann

© DBT/Inga Haar

Mansmann, Till

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Marco Bülow

Marco Bülow

© SPD Parteivorstand / Marco Bülow

Bülow, Marco

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Wiebke Esdar

Wiebke Esdar

© Wiebke Esdar/ Pat Röhring

Esdar, Dr. Wiebke

SPD

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Dr. Rainer Kraft

Dr. Rainer Kraft

© Rainer Kraft/Hagen Schnauss

Kraft, Dr. Rainer

AfD

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Wiebke Esdar

Wiebke Esdar

© Wiebke Esdar/ Pat Röhring

Esdar, Dr. Wiebke

SPD

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Petra Pau

Petra Pau

© Deutscher Bundestag/Stella von Saldern

Pau, Petra

Bundestagsvizepräsidentin

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Dokumente

  • 19/28908 - Antrag: Einmalige Vermögensabgabe für Milliardäre und Multimillionäre
    PDF | 291 KB — Status: 22.04.2021
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  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung 19/28908 beschlossen
  • gibt Ergebnis der namentlichen Abstimmung zu TOP 44k bekannt
  • Gesetzentwurf 19/27636 (Beschlussempfehlung 19/29246 und 19/29398: Gesetzentwurf in der Ausschussfassung annehmen) angenommen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Weitere Informationen

  • Gebärdensprachvideo (mit UT) (Video)

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Online-Dienste

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Stand: 30.08.2025