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Gesundheit

Folgen von Corona-Erkrankungen erörtert

Der Umgang mit Corona-Erkrankungen stand im Mittelpunkt einer halbstündigen Debatte am Donnerstag, 6. Mai 2021. Anträge der FDP-Fraktion mit dem Titel „Spätfolgen der Corona-Erkrankung ernst nehmen – Long-Covid-Behandlungszentren etablieren“ (19/29267) und der Linken mit dem Titel „Long-Covid als Berufskrankheit anerkennen und die Versorgung Betroffener sicherstellen“ (19/29270) wurden im Anschluss zur weiteren Beratung in den Gesundheitsausschuss überwiesen.

Antrag der FDP

Die gesundheitlichen Folgen einer Corona-Erkrankung seien derzeit noch nicht hinlänglich beschrieben, schreiben die Liberalen in ihrem Antrag. Das liege einerseits an der Neuartigkeit des Krankheitsbildes und andererseits an fehlenden Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.

Die Bundesregierung solle deshalb gemeinsam mit den Bundesländern ein Long-Covid-Register entwickeln, das verschiedene Fälle systematisch erfasst und analysiert. Außerdem müssten künftige Forschungsstudien dauerhaft gefördert werden, heißt es. Darüber hinaus fordert die FDP gesetzliche Rahmenbedingungen für die Einrichtung spezieller Long-Covid-Behandlungszentren nach dem Vorbild Englands, wo diese bereits seit einiger Zeit in Planung seien.

Antrag der Linken

Die Fraktion Die Linke fordert in ihrem Antrag (19/29270), arbeitsbezogene Corona-Erkrankungen für alle Beschäftigungsgruppen als Berufskrankheit anzuerkennen. Dabei sollen vor allem Corona-Langzeitfolgen in den Blick genommen werden. Wie die Linksfraktion mit Verweis auf erste Studien schreibt, sind etwa zehn Prozent der Infizierten von Langzeitfolgen betroffen. Von der Regierung verlangt die Linksfraktion außerdem, Rahmenbedingungen für flächendeckende unabhängige Beratungsstellen für Betroffene von Berufskrankheiten zu schaffen.

Darüber hinaus spricht sich die Fraktion unter anderem dafür aus, zusätzliche Kapazitäten in Form von Reha-Kliniken und regional sowie fachübergreifenden Ambulanzen zu schaffen, die Covid-19 behandeln sowie Patientinnen mit Long-Covid und der Erkrankung Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Die Antragsteller fordern zudem, die einschlägige Fortbildung von Ärztinnen und Ärzten in der allgemeinmedizinischen Behandlung sicherzustellen sowie auf Bundesebene eine zentrale Beratungs- und Koordinationsstelle für die Belange von Menschen mit Corona-Langzeitfolgen sowie ME/CFS-Betroffenen einzurichten. (irs/ste/hau/06.05.2021)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Dagmar Ziegler

Dagmar Ziegler

© DBT/Inga Haar

Ziegler, Dagmar

Bundestagsvizepräsidentin

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Christine Aschenberg-Dugnus

Christine Aschenberg-Dugnus

© Christine Aschenberg-Dugnus/ Laurence Chaperon

Aschenberg-Dugnus, Christine

FDP

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Stephan Albani

Stephan Albani

© Deutschen Bundestag/ Stella von Saldern

Albani, Stephan

CDU/CSU

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Dr. Robby Schlund

Dr. Robby Schlund

© Dr. Robby Schlund/Karsten Hermsdorf

Schlund, Dr. Robby

AfD

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Bettina Müller

Bettina Müller

© Bettina Müller/Konrad Merz

Müller, Bettina

SPD

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Dr. Achim Kessler

Dr. Achim Kessler

© Achim Kessler/Ben Gross

Kessler, Dr. Achim

Die Linke

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Maria Klein-Schmeink

Maria Klein-Schmeink

© Maria Klein-Schmeink/ Paul Metzdorf

Klein-Schmeink, Maria

Bündnis 90/Die Grünen

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Erwin Rüddel

Erwin Rüddel

© Erwin Rüddel/ Tobias Koch

Rüddel, Erwin

CDU/CSU

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Hilde Mattheis

Hilde Mattheis

© SPD-Parteivorstand / Susie Knoll

Mattheis, Hilde

SPD

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Erich Irlstorfer

Erich Irlstorfer

© Erich Irlstorfer/Foto Krammer

Irlstorfer, Erich

CDU/CSU

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Dagmar Ziegler

Dagmar Ziegler

© DBT/Inga Haar

Ziegler, Dagmar

Bundestagsvizepräsidentin

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Dokumente

  • 19/29267 - Antrag: Spätfolgen der Corona-Erkrankung ernst nehmen - Long-Covid-Behandlungszentren etablieren
    PDF | 252 KB — Status: 04.05.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/29270 - Antrag: Long-Covid als Berufskrankheit anerkennen und die Versorgung Betroffener sicherstellen
    PDF | 247 KB — Status: 04.05.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung 19/29267 und 19/29270 beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Online-Dienste

Gesundheit

Mediziner fordern bessere Versorgung bei Corona-Langzeitschäden

Mediziner fordern eine bessere Versorgung für Patienten mit Corona-Langzeitschäden. Als notwendig erachtet wird auch eine intensivierte Forschung zu dem Krankheitsbild sowie mehr Aufklärung in der Bevölkerung und in Fachkreisen über Long-Covid. Die Experten äußerten sich anlässlich einer Anhörung des Ausschusses für Gesundheit des Bundestages am Montag, 7. Juni 2021, unter Vorsitz von Erwin Rüddel (CDU/CSU) über Anträge von Linken und FDP in schriftlichen Stellungnahmen.

Frommhold sieht fehlende Akzeptanz für Krankheitsbild

Dr. Jördis Frommhold von der Median Klinik in Heiligendamm unterscheidet unterschiedliche Gruppen von Patienten. Problematisch sind demnach Patienten mit einem schweren Corona-Verlauf, die anschließend einen weiteren Rehabilitationsbedarf haben. Es habe sich gezeigt, dass in dieser Gruppe sechs Monate nach einem Krankenhausaufenthalt ohne weitere Nachsorge bei 76 Prozent der Patienten weiter Symptome bestünden.

Eine andere Gruppe umfasst laut Frommhold Patienten mit einem milden oder moderaten Akutverlauf, die nach einem bis vier Monaten Long-Covid-Symptome entwickeln, darunter vor allem das Fatigue-Syndrom. Patienten dieser Gruppe seien jung (20 bis 50 Jahre) und ohne Vorerkrankungen. Die Ursache für die Beschwerden sei unklar, möglich sei eine Autoimmunreaktion. Es sei ungewiss, wie viele Patienten dauerhaft arbeitsunfähig würden. Auch die gesundheitsökonomischen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen seien noch nicht absehbar. Bisher fehle es an Akzeptanz für das Krankheitsbild.

Long-Covid bei betroffenen Kindern

Von Long-Covid sind nach Auskunft des Universitätsklinikums Jena auch Kinder betroffen. Die Zahl der betroffenen Erwachsenen werde auf mindestens zehn Prozent geschätzt, bei rund 550.000 Infizierten in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahre müsse selbst unter der Annahme einer geringen Prävalenz mit mehr als 10.000 Betroffenen gerechnet werden.

Da die Primärinfektion bei Kindern oft mild verlaufe und Symptome falsch eingeschätzt würden, sei das Long-Covid-Syndrom in der Altersgruppe vermutlich stark unterdiagnostiziert. Die derzeitige Versorgungslage für an Long-Covid erkrankte Kinder sei ebenso mangelhaft wie der Stand der Forschung. Es fehlten präzise Daten zur Prävalenz, klare Diagnosekriterien und Informationen zur Pathogenese.

Folge schwerer organischer Erkrankungen

Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS erklärte, Studien zeigten, dass eine Subgruppe der Long-Covid-Patienten nach sechs Monaten die Kriterien der Myalgischen Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom erfülle. Das Kernsyndrom von ME/CFS, das auch bei Long-Covid diagnostiziert werde, sei die Post-Exertional Malaise (PEM), eine massive Verschlechterung der Symptomatik nach kognitiver und körperlicher Anstrengung.

Damit einher gehe eine rapide und gravierende weitere Reduktion des Funktionsniveaus. ME/CFS sei eine schwere organische Erkrankung. In Deutschland seien bis zu 250.000 Menschen betroffen, darunter 40.000 Kinder und Jugendliche. Schätzungsweise 100.000 Fälle könnten durch Covid-19 dazukommen. Betroffene erhielten keine adäquate Versorgung.

Einbindung von Rehabilitationskliniken

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sprach sich für die Behandlung solcher Fälle in Kliniken und für eine verstärkte Forschung aus. Bei Long-Covid zeichne sich schon jetzt eine kommende Herausforderung für das Gesundheitswesen ab. Es fehlten flächendeckend verfügbare Einrichtungen, in denen Betroffene umfassend behandelt werden könnten.

Um der Gefahr chronischer Folgen zu begegnen, sollten Rehabilitationskliniken an dem Behandlungskonzept beteiligt werden. Zudem gelte es, die Sensibilität der Ärzte für das Problem zu erhöhen.

Antrag der FDP

Die FDP-Fraktion fordert in ihrem Antrag (19/29267) zusätzliche Behandlungskapazitäten für die Betreuung von Patienten mit Spätfolgen einer Corona-Infektion. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätze, dass zwölf Wochen nach einer Covid-19-Erkrankung etwa jeder zehnte Patient noch unter den Langzeitfolgen leide.

Die Abgeordneten fordern, Long-Covid-Behandlungszentren als neuen Paragrafen im Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) zu verankern. Ärzte, Krankenhäuser sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sollten entsprechende Leistungen erbringen dürfen. Ferner sollte zusammen mit den Bundesländern ein Register entwickelt werden, in dem die Fälle von Long-Covid erfasst und analysiert werden. Zudem sollten Forschungsgelder bereitgestellt werden, um Studien zu dem Thema dauerhaft zu fördern.

Antrag der Linken

Die Linke fordert in ihrem Antrag (19/29270), das sogenannte Long-Covid als Berufskrankheit anzuerkennen. Covid-19 sei nicht nur eine akut gefährliche Krankheit, sondern führe auch oft zu teilweise schweren Langzeitfolgen. Bei Menschen, die zuvor im Krankenhaus behandelt wurden, könnten bis zu 70 Prozent betroffen sein.

Die Abgeordneten schlagen vor, arbeitsbezogene Corona-Erkrankungen für alle Beschäftigtengruppen als Berufskrankheit anzuerkennen. Außerdem sollten zusätzliche Kapazitäten zur Behandlung von Covid-19 und Long-Covid geschaffen werden sowie Kapazitäten für Patienten, die an einem Myalgischen Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS) erkrankten. Für Betroffene solle eine zentrale Beratungs- und Koordinierungsstelle eingerichtet werden. Zudem solle ein Programm zur Erfassung, Dokumentation und Erforschung von Covid-19-Langzeitfolgen und ME/CFD und zur medizinischen Therapie aufgelegt werden. (pk/07.06.2021)

Dokumente

  • 19/29267 - Antrag: Spätfolgen der Corona-Erkrankung ernst nehmen - Long-Covid-Behandlungszentren etablieren
    PDF | 252 KB — Status: 04.05.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/29270 - Antrag: Long-Covid als Berufskrankheit anerkennen und die Versorgung Betroffener sicherstellen
    PDF | 247 KB — Status: 04.05.2021
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Tagesordnung

  • 174. Sitzung am Montag, dem 7. Juni 2021 von 12:45 Uhr

Protokolle

  • Protokoll der 174. öffentlichen Anhörung "Long-Covid"

Sachverständigenliste

  • Sachverständigenliste

Stellungnahmen

  • Einzelsachverständige Dr. Jördis Frommhold
  • Einzelsachverständiger Dr. Daniel Vilser
  • Deutsche Krankenhausgesellschaft
  • GKV-Spitzenverband
  • GKV-Spitzenverband
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaft
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
  • Einzelsachverständige Prof. Dr. C. Scheibenbogen
  • Long-Covid

Weitere Informationen

  • Ausschuss für Gesundheit

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Deutscher Bundestag, Online-Dienste

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https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw18-de-long-covid-behandlungszentren-836866

Stand: 30.08.2025