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Antrag zu Zurückweisungen an den Grenzen stößt auf Ablehnung

„Effektive Kontrollen und Zurückweisungen an der Grenze durch Schaffung einer sicheren Rechtsgrundlage“ (21/4274) fordert die AfD-Fraktion in einem so betitelten Antrag. Der Bundestag hat die Vorlage am Donnerstag, 26. Februar 2026, erstmals beraten und im Anschluss an die 60-minütige Debatte in den federführenden Innenausschuss zur weiteren Beratung überwiesen. 

Die AfD-Fraktion dringt in ihrem Antrag auf eine massive Verschärfung der deutschen Migrationspolitik. Sie fordert „effektive Kontrollen und Zurückweisungen an der Grenze durch Schaffung einer sicheren Rechtsgrundlage“. Bei den anderen Fraktionen stieß die Vorlage auf klare Ablehnung. 

AfD: Migrationswende ist ein Trugbild geblieben

Christian Wirth (AfD) monierte in der Debatte, dass die von der Bundesregierung versprochene Migrationswende bislang ein „Trugbild“ geblieben sei. Im vergangenen Jahr habe es mehr als 168.000 Asylanträge gegeben. Rückgänge der Asylanträge seien nicht ein Verdienst der Bundesregierung, sondern das Ergebnis internationaler Entwicklungen.

Auch könne sich laut Grundgesetz-Artikel 16a nicht auf das Asyl-Grundrecht berufen, wer aus einem sicheren Drittstaat einreist. Alle Nachbarländer Deutschlands seien indes sichere Drittstaaten. Ferner verpflichte Paragraf 18 des Asylgesetzes die Behörden, eine Einreise zu verweigern, wenn ein anderer Staat völkerrechtlich für das Asylverfahren zuständig ist. 

CDU/CSU: 60 Prozent Rückgang bei Asylanträgen

Christina Stumpp (CDU/CSU) entgegnete, die AfD versuche die „erfolgreiche Migrationswende“ der schwarz-roten Koalition „verzweifelt kleinzureden“. Zehn Monate nach dem Regierungswechsel zählten zu einer ersten Bilanz im Bereich der inneren Sicherheit „60 Prozent Rückgang bei Asylanträgen“, die Aussetzung des Familiennachzugs für eingeschränkt Schutzberechtigte sowie die Beendigung freiwilliger Aufnahmeprogramme. 

Als weitere Punkte nannte die CDU-Abgeordnete unter anderem die Abschaffung der „Turbo-Einbürgerung“, eine Ausweitung der sicheren Herkunftsstaaten sowie Abschiebungen auch nach Afghanistan. „Die Bilanz zeigt: Die Migrationswende wirkt“, fügte Stumpp hinzu. 

Grüne: Diese Grenzkontrollen müssen enden

Julian Joswig (Bündnis 90/Die Grünen) nannte den AfD-Antrag „problematisch“ und „in vielerlei Hinsicht falsch“. Er biete aber die Gelegenheit, über die Folgen der von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) angeordneten Grenzkontrollen zu sprechen. Diese Grenzkontrollen, bei denen es ein „absolutes Missverhältnis zwischen einem hohen Personaleinsatz und dem tatsächlichen sicherheitspolitischen Nutzen“ gebe, müssten enden. 

Die Bundesregierung trete indes „Europa mit den Füßen“, kritisierte Joswig und betonte: „Schengen sieht keine dauerhaften Binnengrenzkontrollen vor“. Die Bundesregierung mache jedoch die Ausnahme zur Regel. Wer Schengen durch dauerhafte Grenzkontrollen schwäche, gefährde Wachstum, Arbeitsplätze und den Zusammenhalt in Europa. 

SPD: Koalition sorgt für tatsächliche Veränderungen

Sebastian Fiedler (SPD) warf der AfD vor, vom „Hass auf Migranten“ angetrieben zu werden. Dies zeige ihr Antrag ganz deutlich. Die AfD fordere pauschale Zurückweisungen, nationale Alleingänge und sogar die Suspendierung des europäischen Asylrechts. Das klinge erstmal entschlossen, sei aber eine politische Sackgasse, denn ein Aussetzen europäischer Regeln würde die benötigte Zusammenarbeit schwächen. 

Während die AfD Anträge mit „dicken Schlagzeilen“ stelle, sorge die Koalition für tatsächliche Veränderungen. So habe man das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) reformiert, stärke die Außengrenzen Europas „statt nationale Illusionen weiter zu pflegen“ und baue Rückführungsstrukturen aus. 

Linke: Die AfD will eine Gesinnungsjustiz

Clara Bünger (Die Linke) sagte, die AfD behaupte in ihrem Antrag, sie wolle geltendes Recht anwenden, doch sei das Gegenteil der Fall: „Die AfD missbraucht die Sprache des Rechtsstaats, um diesen Rechtsstaat abzuschaffen.“ Wer leichtfertig von einer Suspendierung von EU-Recht spreche, greife nicht Brüssel an, sondern die „verfassungsrechtliche Architektur Deutschlands“. Darum gehe es der AfD. 

Auch wolle die AfD eine „Gesinnungsjustiz“, die ihren politischen Werten entspreche, kritisierte die Linken-Abgeordnete. Der Antrag der AfD sei ein „Misstrauensantrag gegen die Institutionen der Demokratie“ und deshalb ein „Fall für die Staatsanwaltschaft“.   

Antrag der AfD

In ihrem Antrag fordert die AfD-Fraktion die Bundesregierung auf, die Bundesgrenze „sofort tatsächlich zu kontrollieren“ sowie „die Anwendung von Artikel 16a Absatz 2 Grundgesetz und Paragraf 18 Absatz 2 Asylgesetz ohne Abstriche so lange fortzusetzen, bis auf europäischer Ebene entsprechende Regeln durch- und umgesetzt sind, die den versprochenen ,Raum der Sicherheit, der Freiheit und des Rechts' gemäß Artikel 3 Absatz 2 des Vertrages über die Europäische Union tatsächlich und nicht nur fiktiv herstellen“. 

Auch soll die Bundesregierung nach dem Willen der Fraktion unter anderem auf die EU-Staaten und die EU-Kommission einwirken, „dass das EU-Asylrecht suspendiert wird, bis die EU-Außengrenzen geschützt sind und ein wirksames EU-Asylsystem installiert wird“.

„Anreiz für illegale Einwanderung“

Der Vorlage zufolge heißt es in einem Schreiben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vom 7. Mai 2025 an den Präsidenten der Bundespolizei, die Anwendung der Regelung des Paragrafen 18 Absatz 2 Nummer 1 Asylgesetz führe dazu, „dass Schutzsuchenden bei der Einreise aus einem sicheren Mitgliedstaat die Einreise verweigert werden kann“. 

Ferner schreibt die Fraktion, die „Durchführung Zehntausender, in manchen Jahren Hunderttausender unzulässiger oder offensichtlich unbegründeter Asylverfahren, die bei Anwendung von Paragraf 18 Absatz 2 Asylgesetz gar nicht eröffnet werden müssten“, schaffe einen wesentlichen Anreiz für die illegale Einwanderung nach Deutschland. (sto/26.02.2026)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Omid Nouripour

Omid Nouripour

© Omid Nouripour/Stefan Kaminski

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  • 21/4274 - Antrag: Effektive Kontrollen und Zurückweisungen an der Grenze durch Schaffung einer sicheren Rechtsgrundlage
    PDF | 749 KB — Status: 24.02.2026
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Beschluss

  • Überweisung 21/4274 beschlossen

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Stand: 28.02.2026