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Verkehr

Debatte zu Kosten für den Autoführerschein

„Damit Mobilität nicht zum Luxus wird – Für einen bezahlbaren Autoführerschein“ lautet der Titel eines von der CDU/CSU-Fraktion vorgelegnten Antrags (20/10610), den der Bundestag am Donnerstag, 14. März 2024, erstmals beraten hat. Im Anschluss an die Debatte wurde der Antrag an den federführenden Verkehrsausschuss zur weiteren Beratung überwiesen. 

Antrag der Union

Angesichts des „massiven Terminstaus bei den Fahrprüfungen“ und „erheblich gestiegener Kosten für den Erwerb eines Führerscheins in Deutschland“ fordert die CDU/CSU-Fraktion Änderungen bei den Fahrerlaubnisprüfungen und den Führerscheinausbildungen. Noch immer führe der massive Terminstau bei den Fahrprüfungen zu monatelangen Wartezeiten, schreiben die Abgeordneten. Allein in Berlin würden aktuell bis zu 20.000 Prüftermine fehlen, monieren sie. Seit 2017 seien zudem die durchschnittlichen Kosten für den Erwerb eines Führerscheins in Deutschland erheblich gestiegen: Sie haben sich laut Unionsfraktion fast verdoppelt. Aktuell koste ein Führerschein der Klasse B mancherorts bis zu 4.500 Euro, heißt es in dem Antrag. Damit werde der Führerschein für viele junge Menschen immer mehr zum Luxus. Die Mobilität sei akut gefährdet, weil die Rahmenbedingungen nicht mehr stimmen.

Vor diesem Hintergrund fordert die Unionsfraktion die Bundesregierung auf, die Weiterbildung von Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern zu Fahrprüferinnen und Fahrprüfern zu erleichtern und dazu die Anerkennungsvoraussetzungen von einem Ingenieurstudium oder einer Ingenieurausbildung zu entkoppeln. Gemeinsam mit den Ländern solle sie zudem die Voraussetzungen schaffen, „um im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten für die Fahrprüfung auch Prüferinnen und Prüfer von Bundeswehr sowie Bundes- und Landespolizei jeweils temporär zuzulassen, so dass bei Engpässen unmittelbar für mehr Prüftermine gesorgt werden kann“.

Im ländlichen Raum müsse für den Erhalt und den Ausbau des wohnortnahen Fahrschulangebots gesorgt werden, fordert die Fraktion außerdem. Dafür müsse die grundsätzliche Verpflichtung eingeführt werden, die theoretische und die praktische Ausbildung bei derselben Fahrschule zu absolvieren, „sofern digitale Lehr- und Lerneinheiten überwiegend in der Ausbildung genutzt werden“. Des Weiteren verlangen die Abgeordneten, die Integration aller Potenziale von Fahrsimulatoren als technologiegestütztes Lernen in die Führerscheinausbildung zu ermöglichen. Nach französischem oder niederländischem Vorbild könnten so Verkehrs- und Gefahrensituationen frühzeitig trainiert und die Theorie- und Praxiseinheiten eng miteinander verzahnt werden, heißt es in der Vorlage. (hau/14.03.2024)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

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Florian Müller

Florian Müller

© Florian Müller/ Steffen Böttcher

Müller, Florian

CDU/CSU

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Mathias Stein

Mathias Stein

© DBT/ Thomas Trutschel

Stein, Mathias

SPD

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Mike Moncsek

Mike Moncsek

© Mike Moncsek/Max Bachmann

Moncsek, Mike

AfD

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Swantje Michaelsen

Swantje Michaelsen

© Swantje Michaelsen / Stefan Kaminski

Michaelsen, Swantje Henrike

Bündnis 90/Die Grünen

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Oliver Luksic

Oliver Luksic

© Oliver Luksic

Luksic, Oliver

Parlamentarischer Staatssekretär für Digitales und Verkehr

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Henning Rehbaum

Henning Rehbaum

© Henning Rehbaum/ Tobias Koch

Rehbaum, Henning

CDU/CSU

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Thomas Lutze

Thomas Lutze

© Thomas Lutze/ Felix Schulz

Lutze, Thomas

SPD

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Martina Englhardt-Kopf

Martina Englhardt-Kopf

© Martina Englhardt-Kopf/ Tobias Koch

Englhardt-Kopf, Martina

CDU/CSU

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Jan Plobner

Jan Plobner

© Jan Plobner/Michael Schober

Plobner, Jan

SPD

()
Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

()

Dokumente

  • 20/10610 - Antrag: Damit Mobilität nicht zum Luxus wird - Für einen bezahlbaren Autoführerschein
    PDF | 170 KB — Status: 12.03.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung 20/10610 beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

Verkehr

Autoführerschein: Verkehrssicherheit vor Kostensenkung

Zeit: Montag, 10. Juni 2024, 13.30 bis 15.30 Uhr
Ort: Berlin, Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal 2.600

Bei allen Bemühungen, die Kosten für den Autoführerschein zu senken, muss die Verkehrssicherheit an erster Stelle stehen. In dieser Einschätzung waren sich die zu einer öffentlichen Anhörung des Verkehrsausschusses am Montag, 10. Juni 2024, geladenen Experten einig. Die in einem Antrag der CDU/CSU-Fraktion mit dem Titel „Damit Mobilität nicht zum Luxus wird – Für einen bezahlbaren Autoführerschein“ (20/10610) erhobenen Forderungen wurden teils befürwortet, teils abgelehnt. 

Eine positive Resonanz fand die Forderung nach einem verstärkten Einsatz von Fahrsimulatoren. Ob es verpflichtende Lernstandskontrollen der Fahrschüler braucht, war unter den Experten umstritten. Einig war man sich wiederum, dass Initiativen benötigt werden, um dem Fahrlehrermangel entgegenzuwirken.

Novellierung der Fahrausbildung

Michael Bahr von dem für die Fahrausbildung zuständigen Referat bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hält eine Novellierung der Fahrausbildung für nötig, da deren Rechtsgrundlagen zuletzt im Jahr 1998 angepasst worden seien. Der derzeitigen Fahrausbildung fehlten pädagogisch-psychologische Steuerungsinstrumente, befand er. 

Bahr verwies auf die hohen Durchfallquoten bei den Prüfungen, was zu Nachprüfungen und damit höheren Kosten führe. Der BASt-Vertreter betonte daher den hohen Stellenwert von Lernstandserfassungen und Prüfungsreifefeststellungen, „also einer Vorprüfung, vor der eigentlichen Prüfung“. Hierfür gelte es den Fahrlehrern Hilfestellungen zu geben, damit diese qualitativ hochwertig durchgeführt werden können. 

Reform der Fahrlehrerausbildung

Ulrich Chiellino, Leiter Verkehrspolitik beim Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC), sprach sich dafür aus, im Interesse der Kostensenkung zuallererst einmal zusätzliche Kosten zu vermeiden. In den Blick nahm er dabei die Einführung obligatorischer Lernstandskontrollen. Hier sei Augenmaß gefordert. Die Mehrzahl der Fahrschüler bestehe die Prüfung trotz aller Klagen über hohe Durchfallquoten im ersten Anlauf. Die zu schaffenden Angebote müssten daher auf freiwilligen Basis verbleiben. 

Chiellino sprach sich zudem für eine Reform der Fahrlehrerausbildung aus, um den Mangel zu bekämpfen. Denkbar, so der ADAC-Vertreter, sei ein duales System, wo die angehenden Fahrlehrer in einer Akademie lernen „und gleichzeitig schon in einer Fahrschule integriert sind“. 

Verbindliche Lernstandskontrollen

Jürgen Kopp, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF), plädierte hingegen für verbindliche Lernstandskontrollen. Man habe in den letzten 14 Jahren, in denen digitale Lernprogramme verwendet würden, festgestellt, „dass man die Schüler nicht alleine lernen lassen kann“.

Wichtigster Punkt aus seiner Sicht ist aber, das „digitale Antragsverfahren“ schnellstmöglich auf den Weg zu bringen. „Das ist eine reale Kostenvergünstigung, wenn es nicht eine vierwöchige Wartezeit braucht, um den Führerscheinantrag abzugeben“, sagte Kopp. Das verkürze und verbillige die Ausbildungszeit.

„Sehr geringer Vorkenntnisstand“

Die Übungsstunden machten den Führerschein teuer, sagte der Fahrlehrer Bernd Blonsky. Die Pflichten im Rahmen der Ausbildung seien in der Vergangenheit nicht großartig erhöht worden. Allerdings kämen die Fahrschüler heute „mit einem sehr geringen Vorkenntnisstand in die Fahrschule“, beklagte er. Dabei gehe es nicht nur um die motorischen Fähigkeiten, sondern „um das System Straßenverkehr“.

Die benötigten Fahrstunden seien individuell unterschiedlich, so Blonsky. Manche kämen mit zehn bis zwölf Übungsstunden aus, anderen bräuchten mehr als 100 Übungsstunden. „Das geht richtig ins Geld“, sagte er.

„Branche ist in einer Zwickmühle“

Die hohen Ausbildungskosten für Fahrlehrer, die Inflation und die gestiegenen Fahrzeugkosten sind nach Einschätzung von Ahmed Baziou, Präsident des Verbandes Innovativer Fahrschulen Deutschland (VIFD), die Hauptgründe für die Verteuerung des Führerscheins. Die voraussichtlichen Änderungen der Fahrschülerausbildungsordnung im Jahr 2025 ließen eine weitere Verteuerung durch die Einführung zusätzlicher Ausbildungsinhalte erwarten, sagte er. 

Baziou sieht die Branche „in einer Zwickmühle“. Es werde gesetzlich mehr Qualität vorgeschrieben, „die wir unter den aktuellen finanziellen Umständen nicht leisten können“.

Einführung eines digitalen Antragsverfahrens

Richard Goebelt, Mitglied der Geschäftsführung und Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband, lehnte eine Öffnung der Fahrerlaubnisprüfungen für andere Anbieter als den TÜV ab. Dies würde seiner Aussage nach weder Prüfkapazitäten erhöhen, noch zu einer Entlastung auf der Kostenseite beitragen. Vielmehr wäre die Sicherstellung eines flächenabdeckenden Prüfangebots in Deutschland gefährdet, „da wirtschaftliche Interessen in einer Wettbewerbssituation der bisher gelebten Praxis eines flächendeckenden Prüfungsangebotes entgegenstehen würden“. 

Goebelt warb für die Einführung eines digitalen Antragsverfahrens. Dies sei ein zentraler Baustein für die Entlastung von Behörden, Fahrschulen und TÜV und trage zu einer nachhaltigen Ressourcenschonung bei.

„Alle gesellschaftlichen Gruppen berücksichtigen“

Marc-Philipp Waschke, Referent Verkehrspolitik beim Auto Club Europa (ACE), geht davon aus, dass eine neue Ausbildungsordnung und die Integration digitaler Ausbildungselemente zu einer spürbaren Weiterentwicklung führen. Didaktik und inhaltliche Ausgestaltung müssten sich an den heutigen Lehrmethoden und neue Mobilitätsformen orientieren. Auch müsse ein flächendeckendes Unterrichtsangebot in den Fahrschulen auch in ländlichen Regionen bereitstehen, „das alle gesellschaftlichen Gruppen berücksichtigt“.

Mit Blick auf den Fahrlehrermangel plädierte er für eine Anpassung der Qualifikationsgrundlagen der Fahrerlaubnisprüfer sowie eine Steigerung der Attraktivität des Fahrlehrerberufes.

Forderung nach „bundesweiter Mobilitätsgarantie“

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher beim Verkehrsclub Deutschland (VCD), rief dazu auf, den Blick zu weiten. Auch die vielen Millionen Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht Auto fahren können, bräuchten ein Mobilitätsangebot, damit ihnen Teilhabe ermöglicht wird, sagte er und forderte eine „bundesweite Mobilitätsgarantie“.

Gleichwohl bleibe der Erwerb des Führerscheins auch langfristig ein Thema. Das Auto werde auf dem Land auch künftig eine wichtige Rolle spielen, so Müller-Görnert. Es müsse jedoch nicht unbedingt an den Privatbesitz gekoppelt sein, sagte er mit Verweis auf öffentliches und privates Carsharing. (hau/10.06.2024)

Dokumente

  • 20/10610 - Antrag: Damit Mobilität nicht zum Luxus wird - Für einen bezahlbaren Autoführerschein
    PDF | 170 KB — Status: 12.03.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Tagesordnung

  • 75. Sitzung, 10.06.2024, 13:30 Uhr - öffentlich

Protokolle

  • Wortprotokoll der 75. Sitzung vom 10. Juni 2024

Sachverständigenliste

  • Liste der Sachverständigen der Anhörung vom 10. Juni 2024

Stellungnahmen

  • Stellungnahme des Verbands Innovativer Fahrschulen Deutschland e. V. (VIFD)
  • Stellungnahme des TÜV-Verbands e. V.
  • Stellungnahme des ACE Auto Clubs Europa e. V.
  • Stellungnahme des Verkehrsclubs Deutschland e. V. (VCD)
  • Stellungnahme der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e. V. (BVF)
  • Stellungnahme des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs e. V. (ADAC)
  • Stellungnahme von Michael Bahr (Bundesanstalt für Straßenwesen)

Weitere Informationen

  • Verkehrsausschuss

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

Verkehr

Abgesetzt: Abstimmung über Antrag für „bezahlbaren Autoführerschein“

Dachschild Fahrschule, Fahrschulauto in der Stadt unterwegs, Fahrstunde, grüne Ampel.

(© picture alliance / Wolfgang Maria Weber | Wolfgang Maria Weber)

Die für Freitag, 11. Oktober 2024, vorgesehene Abstimmung über einen Antrag der CDU/CSU-Fraktion für einen „bezahlbaren Autoführerschein“ (20/10610) wurde von der Tagesordnung abgesetzt. Dazu sollte den Abgeordneten ursprünglich eine Beschlussempfehlung des Verkehrsausschusses vorgelegt werden.

Antrag der Union

Angesichts des „massiven Terminstaus bei den Fahrprüfungen“ und „erheblich gestiegener Kosten für den Erwerb eines Führerscheins in Deutschland“ verlangt die CDU/CSU-Fraktion Änderungen bei den Fahrerlaubnisprüfungen und den Führerscheinausbildungen. Die Bundesregierung wird in dem Antrag aufgefordert, die Weiterbildung von Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern zu Fahrprüferinnen und Fahrprüfern zu erleichtern und dazu die Anerkennungsvoraussetzungen von einem Ingenieurstudium oder einer Ingenieurausbildung zu entkoppeln. 

Gemeinsam mit den Ländern solle sie zudem die Voraussetzungen schaffen, „um im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten für die Fahrprüfung auch Prüferinnen und Prüfer von Bundeswehr sowie Bundes- und Landespolizei jeweils temporär zuzulassen, so dass bei Engpässen unmittelbar für mehr Prüftermine gesorgt werden kann“.

Wohnortnahes Fahrschulangebot

Im ländlichen Raum müsse für den Erhalt und den Ausbau des wohnortnahen Fahrschulangebots gesorgt werden, fordert die Fraktion außerdem. Dafür müsse die grundsätzliche Verpflichtung eingeführt werden, die theoretische und die praktische Ausbildung bei derselben Fahrschule zu absolvieren, „sofern digitale Lehr- und Lerneinheiten überwiegend in der Ausbildung genutzt werden“.

Des Weiteren verlangen die Abgeordneten, die Integration aller Potenziale von Fahrsimulatoren als technologiegestütztes Lernen in die Führerscheinausbildung zu ermöglichen. Nach französischem oder niederländischem Vorbild könnten so Verkehrs- und Gefahrensituationen frühzeitig trainiert und die Theorie- und Praxiseinheiten eng miteinander verzahnt werden, heißt es in der Vorlage. (hau/09.10.2024)

Dokumente

  • 20/10610 - Antrag: Damit Mobilität nicht zum Luxus wird - Für einen bezahlbaren Autoführerschein
    PDF | 170 KB — Status: 12.03.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

Verkehr

Antrag für einen bezahlbaren Autoführerschein abgelehnt

Der Bundestag hat am Donnerstag, 17. Oktober 2024, nach rund 40-minütiger Debatte einen Antrag der CDU/CSU-Fraktion mit dem Titel „Damit Mobilität nicht zum Luxus wird – Für einen bezahlbaren Autoführerschein“ (20/10610) abgelehnt. Gegen den Antrag stimmten die Koalitionsfraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP sowie die Gruppe Die Linke. Dafür stimmten die Unionsfraktion, die AfD-Fraktion und ein Abgeordneter der Gruppe Die Linke. Der Verkehrsausschuss hatte dazu eine Beschlussempfehlung abgegeben (20/13399). 

Antrag der Unionsfraktion

Angesichts des „massiven Terminstaus bei den Fahrprüfungen“ und „erheblich gestiegener Kosten für den Erwerb eines Führerscheins in Deutschland“ forderte die CDU/CSU-Fraktion Änderungen bei den Fahrerlaubnisprüfungen und den Führerscheinausbildungen. 

Noch immer führe der massive Terminstau bei den Fahrprüfungen zu monatelangen Wartezeiten, schreiben die Abgeordneten. Allein in Berlin würden aktuell bis zu 20.000 Prüftermine fehlen, monieren sie. Seit 2017 seien zudem die durchschnittlichen Kosten für den Erwerb eines Führerscheins in Deutschland erheblich gestiegen: Sie haben sich laut Unionsfraktion fast verdoppelt. Aktuell koste ein Führerschein der Klasse B mancherorts bis zu 4.500 Euro, heißt es in dem Antrag. Damit werde der Führerschein für viele junge Menschen immer mehr zum Luxus. Die Mobilität sei akut gefährdet, weil die Rahmenbedingungen nicht mehr stimmen.

Weiterbildung von Fahrlehrern zu Fahrprüfern

Vor diesem Hintergrund forderte die Unionsfraktion die Bundesregierung auf, die Weiterbildung von Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern zu Fahrprüferinnen und Fahrprüfern zu erleichtern und dazu die Anerkennungsvoraussetzungen von einem Ingenieurstudium oder einer Ingenieurausbildung zu entkoppeln. Gemeinsam mit den Ländern sollte sie zudem die Voraussetzungen schaffen, „um im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten für die Fahrprüfung auch Prüferinnen und Prüfer von Bundeswehr sowie Bundes- und Landespolizei jeweils temporär zuzulassen, sodass bei Engpässen unmittelbar für mehr Prüftermine gesorgt werden kann“.

Im ländlichen Raum müsse für den Erhalt und den Ausbau des wohnortnahen Fahrschulangebots gesorgt werden, forderte die Fraktion außerdem. Dafür müsse die grundsätzliche Verpflichtung eingeführt werden, die theoretische und die praktische Ausbildung bei derselben Fahrschule zu absolvieren, „sofern digitale Lehr- und Lerneinheiten überwiegend in der Ausbildung genutzt werden“.

Integration aller Potenziale von Fahrsimulatoren

Des Weiteren verlangten die Abgeordneten, die Integration aller Potenziale von Fahrsimulatoren als technologiegestütztes Lernen in die Führerscheinausbildung zu ermöglichen.

Nach französischem oder niederländischem Vorbild könnten so Verkehrs- und Gefahrensituationen frühzeitig trainiert und die Theorie- und Praxiseinheiten eng miteinander verzahnt werden, heißt es in der Vorlage. (hau/17.10.2024)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

()
Jürgen Lenders

Jürgen Lenders

© Kris Duangphung (Krisphotography)

Lenders, Jürgen

FDP

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Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

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Florian Müller

Florian Müller

© Florian Müller/ Steffen Böttcher

Müller, Florian

CDU/CSU

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Mathias Stein

Mathias Stein

© DBT/ Thomas Trutschel

Stein, Mathias

SPD

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René Bochmann

René Bochmann

© Privat

Bochmann, René

AfD

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Swantje Michaelsen

Swantje Michaelsen

© Swantje Michaelsen / Stefan Kaminski

Michaelsen, Swantje Henrike

Bündnis 90/Die Grünen

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Yvonne Magwas

Yvonne Magwas

© Yvonne Magwas/Tobias Koch

Magwas, Yvonne

Bundestagsvizepräsidentin

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Christoph Ploß

Christoph Ploß

© Tobias Koch

Ploß, Dr. Christoph

CDU/CSU

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Jan Plobner

Jan Plobner

© Jan Plobner/Michael Schober

Plobner, Jan

SPD

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Bernd Riexinger

Bernd Riexinger

© Foto- und Bildstelle Bundestag

Riexinger, Bernd

Gruppe Die Linke

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Martina Englhardt-Kopf

Martina Englhardt-Kopf

© Martina Englhardt-Kopf/ Tobias Koch

Englhardt-Kopf, Martina

CDU/CSU

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Nadine Ruf

Nadine Ruf

© SPD Wiesbaden/A. Aschenbach

Ruf, Nadine

SPD

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Yvonne Magwas

Yvonne Magwas

© Yvonne Magwas/Tobias Koch

Magwas, Yvonne

Bundestagsvizepräsidentin

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Dokumente

  • 20/10610 - Antrag: Damit Mobilität nicht zum Luxus wird - Für einen bezahlbaren Autoführerschein
    PDF | 170 KB — Status: 12.03.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/13399 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Fraktion der CDU/CSU - Drucksache 20/10610 - Damit Mobilität nicht zum Luxus wird - Für einen bezahlbaren Autoführerschein
    PDF | 176 KB — Status: 16.10.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Beschlussempfehlung 20/13399 (Antrag 20/10610 ablehnen) angenommen
  • gibt Ergebnis der namentlichen Abstimmung zu TOP 10 bekannt; eine weitere Abstimmung zu TOP 10

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

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Deutscher Bundestag, Internetredaktion

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https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw11-de-autofuehrerschein-988628

Stand: 30.08.2025