Jüdische Biografien in der parlamentarischen Gründergeneration nach 1945
An eine Zukunft glauben. Jüdische Biografien in der parlamentarischen Gründergeneration nach 1945 - eine dokumentarische Annäherung
Ausstellung in der Halle des Paul-Löbe-Hauses
Das muss man gesehen haben
(ZEIT Online)
28. Januar 2026 bis 6. März 2026
9 bis 17 Uhr, Eintritt frei
Sie überlebten die nationalsozialistische Terrorherrschaft und glaubten an eine Zukunft in Deutschland – entschlossen, Verantwortung zu übernehmen: im Parlament.
Ich habe mir damals geschworen, falls ich aus dieser Hölle herauskäme, dass ich an einem Wiederaufbau, an einem demokratischen Neubeginn mitwirken würde.
Erik Blumenfeld
Diese Ausstellung dokumentiert die vielfältigen, heute weitgehend vergessenen jüdischen Biografien in der Gründergeneration des Deutschen Bundestages. Sie erinnert an die Schicksale von Abgeordneten, die als Jüdinnen und Juden oder wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurden, und würdigt ihr Wirken in den kontroversen Debatten um deutsche Schuld und bleibende Verantwortung.
Vergiftete Seelen können nur mit dem Gegengift restloser Aufklärung entgiftet werden.
Jeanette Wolff
Es ist eine Geschichte von gesellschaftlichen Kontinuitäten und persönlichen Brüchen, von Widersprüchen und Gegensätzen. Und gerade in dieser Ambivalenz ist sie aufschlussreich für den herausfordernden Weg einer Gesellschaft aus Tätern, Mitläufern und Opfern in die neue demokratische Ordnung.
Man kann doch nicht sagen: Ich war noch nicht geboren, dieses Erbe geht mich gar nichts an.
Adolf Arndt
Die Frauen und Männer dieser Ausstellung bilden keine einheitliche Gruppe. Nur wenige von ihnen betrachteten sich selbst als Jüdin oder Jude. Dennoch lebten in ihren Biografien Verbindungen zum Judentum fort. Hinzu kamen Fremdzuschreibungen und Erfahrungen mit Antisemitismus – bis hin zur offenen Verfolgung nach 1933. Die Ausstellung nähert sich diesem Erfahrungsraum, ohne den das politische Engagement der Abgeordneten nach 1945 nicht zu verstehen ist, mit zahlreichen Dokumenten und Selbstzeugnissen.
Die deutsch-jüdische Geschichte ist nach 1945 auch als deutsch-deutsche Geschichte zu erzählen, geprägt von politischen Wechselwirkungen und persönlichen Beziehungen. Deshalb porträtiert die Ausstellung auch einzelne prominente jüdische Remigranten und Überlebende, die der ersten DDR-Volkskammer angehörten.

(© Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte)
Eine Ausstellung des Fachbereichs Geschichte, Politik und Kultur (WD 1) in den Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages, unterstützt durch die Bundesstiftung Orte der Demokratiegeschichte.
Ihr Besuch in der Ausstellung
Die Ausstellung ist vom 28. Januar 2026 bis zum 6. März 2026 in der Halle des Paul-Löbe-Hauses zu sehen. Sie kann montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr besucht werden.
Bitte beachten Sie:
Durch Bauarbeiten sind die Besuchsbedingungen aktuell leider erschwert.
Als Einzelbesucher melden Sie sich bitte spätestens zwei Werktage vor dem gewünschten Besuchstermin hier an.
Bitte geben Sie bei der Anmeldung Ihren vollständigen Vor- und Zunamen, Ihr Geburtsdatum und eine Telefonnummer an, unter der Sie erreichbar sind, sowie das Datum und die Uhrzeit des gewünschten Besuchstermins. Eine Anmeldung ist jeweils zur vollen Stunde möglich.
Die Ausstellung ist über den Westeingang des Paul-Löbe-Hauses, Konrad-Adenauer-Str. 1, 10557 Berlin, zugänglich. Bitte finden Sie sich mindestens 15 Minuten vor dem Besuchstermin beim Personal der Westpforte ein, damit ausreichend Zeit für die Einlasskontrolle besteht.
Besuchsgruppen und Schulklassen melden sich bitte ausschließlich über geschichte@bundestag.de unter Nennung des Datums, der gewünschten Uhrzeit und der Geburtsdaten aller Teilnehmenden an.
Bitte beachten Sie, dass es durch die Bauarbeiten zu einem abweichenden Einlassbereich kommen kann, wir treten rechtzeitig mit Ihnen in Verbindung.
Führungen
Öffentliche Führungen finden montags um 17 Uhr sowie freitags um 15 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Bitte schreiben Sie bis zwei Tage vor dem gewünschten Führungstermin an geschichte@bundestag.de unter Nennung des Datums, der Uhrzeit und Ihres Geburtsdatums (für die Sicherheitsüberprüfung).
Alle Fragen zur Ausstellung richten Sie bitte per E-Mail an: geschichte@bundestag.de.
Ausstellungskatalog
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der die Inhalte dokumentiert - mit einem Geleitwort der Bundestagspräsidentin und einem Grußwort des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland
Angebot für Schulen
Zur Ausstellung wurde ein umfangreiches pädagogisches Begleitmaterial erarbeitet. Die Unterrichtsmaterialien für die Klassenstufen 9-12 umfassen Angebote zum Besuch der Ausstellung und für die Behandlung von Ausstellungsthemen im Unterricht. Berührt werden Themen des Lehrplans wie Nationalsozialismus, Kalter Krieg/Ost-West-Konflikt, Doppelte Staatsgründung, Demokratie- und Parlamentsgeschichte.
Download des kostenlosen Angebots unter „Weitere Informationen“
Wissenschaftliche Tagung
Begleitet wird die Ausstellung zusätzlich von einem Symposium, das in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bundestag die Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien (KGParl) gemeinsam mit dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) am 26./27. Februar 2026 im Marie-Elisabeth-Lüders Haus veranstaltet:„Der frühe Bundestag. Personal und Praktiken nach dem Nationalsozialismus“. Das Programm und Hinweise zur Anmeldung finden Sie hier: https://kgparl.de/symposium-das-personal-des-parlamentarischen-neuanfangs-nach-dem-nationalsozialismus/